eMail von Jürgen vom 20.4.2001
Ich bin gerade auf der Seite "Wie fängt man Elche im finnischen Wald?". Die
meißten der dort beschriebenen Methoden sind hinlänglich bekannt. Es handelt
sich hierbei um eine Abwandlung der in der Zeitschrift "American Mathematical
Monthly" Nr. 54, Seite 466 von 1938 beschriebenen Methoden zum Fangen eines
wilden Löwen in der Sahara.
Der Vollständigkeit halber seien noch ein paar Methoden der Löwenjagt
genannt, die sich ebenfalls im o.g. Artikel finden, und die sich leicht auf
Elche abwandeln lassen.
Peanosche Methode:
Kontruiere mit den üblichen Methoden
eine stetige Kurve, die durch jeden Punkt der Wüste geht. Es wurde bereits
bewiesen, daß man solch eine Kurve in beliebig kurzer Zeit durchfahren kann. Mit
einem Speer bewaffnet durchfahren wir nun die Kurve in einer Zeit, di kürzer ist
als jene, die der Löwe benötigt, um sich um seine eigene Länge fortzubewegen.
Diracsche Methode:
Wir stellen fest, daß wilde Löwen,
ipso facto, in der Sahara nicht beobachtet weden können. Wenn es überhaupt Löwen
in der Sahara gibt, sind sie daher zahm. Da Einfangen eines zahmen Löwen bleibt
dem Leser als Übungsbeispiel überlassen.
Die Methoden der Kernphysik:
Setze einen zahmen Löwen in
den Käfig und wende einen Majorana-Austauschoperator zwischen ihm und einem
wilden Löwen an. Als Variante lassen Sie uns annehmen, daß wir z.B. einen
männlichen Löwen fangen wollen: Wir setzen eine zahme Löwin in den Käfig und
wenden daraufhin einen Heisenberg-Austauschoparator an, der die Spins
vertauscht.
Thermodynamische Methode:
Wir konstruieren eine
halbdurchlässige Membran, die alles außer Löwen durchläßt, und ziehen diese über
die Wüste.
Methoden der Atomspaltung:
Wir bestrahlen die Wüste mit
langsamen Neutronen. Der Löwe wird radioaktiv und ein Zerfallsprozeß setzt ein.
Wenn der Zerfall hinreichend weit fortgeschritten ist, wird der Löwe nicht mehr
imstande sein, Widerstand zu leisten oder fortzulaufen.
Viel Spaß bei der weiteren Jagd,alles Gute
Jürgen