Die Symbole Ostpreußens

gefunden auf http://www.geocities.com/Athens

 

Neben dem "administrativen" Wappentier hat sich allerdings ein ganz typisch ostpreußisches Tier mit seiner Kopfpracht immer mehr als Sinnbild Ostpreußens in den Vordergrund geschoben: unser Elch. - Das ist kein Wunder, denn hier war die letzte deutsche Heimat dieses "Urtieres". Bereits die "Yorckschen Jäger", ein 1813 gegen die napoleonische Herrschaft aufgestellter Freiwilligen-Verband, trugen Elchkopf und -schaufel an ihren Uniformröcken und -mützen. Spätere ostpreußische Verbände, die beispielsweise 1919 gegen die Rote Armee, die immer näher und bedrohlicher an die ostpreußische Grenze heranrückte, aufgestellt wurden, setzten dies in verschiedener Form fort. Der Elchkopf wurde immer mehr das Symbol für das treue und tapfere Zusammenstehen in der Not. So hat sich insbesondere nach 1945 die Elchschaufel, schwarz auf weißem Feld, als ein eher volkstümliches - auch politisch vollkommen unbeschriebenes - Symbol für das Land Ostpreußen im Bewußtsein der Menschen herausgebildet. Im Zusammenhang mit der Bedeutung der Elchschaufel muß man kurz auf Freiherr v. Wrangel eingehen:

 

Denn ganz erheblichen Anteil an der Akzeptanz und Beliebtheit der Elchschaufel trägt Dr. Wolf Freiherr von Wrangel, der 1897 im Kreis Gerdauen geboren wurde. Nachdem er als junger Mann aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekommen war, hatte er Jura in Göttingen und Königsberg studiert, war in den preußischen Verwaltungsdienst eingetreten und 1932 zum Landrat in Mohrungen ernannt worden. 1935 mußte er im Zuge der Gleichschaltung dieses Amt aufgeben, weil er sich weigerte, in die NSDAP einzutreten. Während des Krieges war er Offizier und nach seiner erlittenen Verwundung Oberkriegsverwaltungsrat im besetzten Nordfrankreich. Nach dem 20. Juli 1944 war von Wrangel unter dem Verdacht der Mittäterschaft am Sturz Hitlers verhaftet, jedoch bald wieder aus der Haft entlassen worden. Es gelang ihm, mit seiner Familie nach Niedersachsen zu flüchten, wo er 1946 von der britischen Besatzungsmacht als Oberkreisdirektor für Hannoversch Münden eingesetzt worden war. Bereits bald nach Kriegsende 1945 hatte von Wrangel begonnen, Anschriften Heimatvertriebener zu sammeln und so die Gründung der Landsmannschaft Ostpreußen am 3. Oktober 1948 in Hamburg miteingeleitet. Auch bei der Schaffung des "Göttinger Arbeitskreises" war er Gründungsmitglied. 1949 wurde die Landsmannschaft in das Vereinsregister eingetragen, und 1957 ist die Elchschaufel beim Deutschen Patentamt als geschütztes Warenzeichen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V. eingetragen worden.

 

Was der Elch als ganz sonderbares Wesen im tieferen Bewußtsein manches Ostpreußen seit je her verkörpert, ist nicht ganz leicht auszudrücken. Benno Dilba hat es mit seinen Worten wohl recht gut getroffen:

 

"Kein Tier der ostpreußischen Heimat verkörpert in gleicher Weise die eigentümliche Schönheit der ostpreußischen Landschaft wie der Elch. Seine urwüchsige Erscheinung und seine ruhigen und doch kraftvollen Bewegungen korrespondieren mit der urweltartigen ostpreußischen Natur im Elchwald, die geprägt war von Flüssen und von tiefliegenden Wiesen, von Birken und Erlenwäldern, von verlandeten Seen, sturmgeknickten Bäumen und vermodertem Wurzelzeug. Die friedfertige und zugleich altertümlich anmutende Gestalt des Elches erinnert an den Urbeginn des Lebens, an die menschliche Vergänglichkeit und an die Unendlichkeit der Zeit."

 

Und was für das neu entstandene populäre Elchschaufel-Wappen gilt, das trifft auch für die Flagge Ostpreußens zu: Neben der offiziellen Provinzflagge hat sich heutzutage die Flagge der Landsmannschaft Ostpreußen e.V. als das repräsentierende Emblem etabliert. Sie trägt nicht mehr den herrschaftlichen preußischen Adler auf schwarz-weißer Flagge, sondern an dessen statt die Elchschaufel im Schild, und ist damit sozusagen die ostpreußische Fahne des einfachen Mannes und der einfachen Frau.

 



Flagge und "Wappen" der Landsmannschaft Ostpreußen




Wappen der 11. (ostpreußischen) Infanteriedivision


Elchschaufeln als Brandzeichen der Trakehner Pferde




Elch in Ostpreußen, Fotographie von Fritz Krauskopf





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 17.12.2008