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Für den durchschnittlichen Schüler ist der Elch nur ein Tier, daß einen der
großen Deutschen Automobilhersteller dazu gebracht hat, sich vor Fahrfreude und
Kundenfreundlichkeit zu überschlagen. Doch das ist eine zu enge Sicht der Dinge,
die diesem außergewöhnlichen Tier nicht gerecht wird! Natürlich gibt es den
Aspekt Elche und Automobilverkehr: So genießt Volvo auch deshalb den Ruf,
besonders sichere Autos zu bauen, weil er schon seit den vierziger Jahren einen
ganz besonderen Elchtest durchführt. Mit einer 600 kg schweren Elchpuppe
simuliert der schwedische Autobauer eine Kollision mit dem Riesenhirsch. Und so
verwendete Volvo als erster Hersteller splitterfestes Verbundglas für die
Windschutzscheibe. Daß das auch in unseren Breiten sinnvoll ist stellte einer
der SPEKTRUM-Chefredakteure bei einem Vergleichstest mit einem Opel und einer
Kuh fest. Doch nicht nur Kühe können in Deutschland zu Komlikationen im
Autoverkehr führen: Denn auch in Deutschland gibt es Elche: Pro Jahr wandern
mehrere Elche aus Polen ein. Weil sie gut schwimmen können ist die Oder kein
Hindernis für sie. Auch der hochgerüstete Bundesgrenzschutz, der sich sonst ja
immer sehr viel Mühe gibt Einwanderer ohne ordnungsgemäße Papiere aus unserem
schönen Deutschland herauszuhalten, ist hier machtlos. (Gerüchte, daß der andere
Chefredakteur deshalb aus Angst vor einer Kollision mit einem Elch Volvo fährt,
sind falsch und üble Verleumdung). Doch nicht nur im Autoverkehr sorgt der Elch
für Komplikationen: Jedes Jahr im Herbst befürchten die Experten den Elchcrash:
Das ist eine saisonal bedingter Kursverfall an der schwedischen Börse. Denn im
Herbst beginnt die Jagdsaison für Elche. Börsenmakler, Investoren und die
restliche schwedische Wirtschaftselite gehen auf die Pirsch. Und keiner denkt
mehr an die Börse. Aber nicht alles kann man dem Elch in die Schuhe schieben.
Die ewig alte Geschichte, die schon Unmengen von Lateinschülern übersetzen
mußten ist falsch. Elche haben Sprungelenke. Deshalb ist auch die Geschichte
falsch, daß die Germanen Elche auf folgende Weise jagten: Die Germanen hätten
die Bäume angesägt, an die sich die Elche mit Vergnügen anlehnten. Der Baum
sollte nachgeben und die armen Tiere hätten umfallen sollen. Und weil sie keine
Sprunggelenke hätten, sollten sie nicht mehr aufstehen können., so daß sie eine
leichte Beute für die Germanen seien. Diesen Schwachsinn hatte Caesar
verbreitet. Kein Schwachsinn ist, daß sich Elche wunderbar als Haustiere eignen.
Sie sind geschickter als Maultiere, laufen auf unebener Fläche schneller als
Pferde und lassen sich mit der Flasche großziehen. Vor einem Schlitten können
sie fast eine Tonne Last durch die Gegend schleppen. Vielleicht nicht unbedingt
ein gute Haustiereigenschaft ist die Angriffslustigkeit von wilden Elchen: Elche
können zu regelrechten Kampfmaschinen werden. In Schweden hat man Elchkühe dabei
beobachtet, wie sie tieffliegende Hubschrauber angriffen, um Jungtiere zu
schützen. Ein Elchbulle kann problemlos Wölfe töten oder Grizzlybären verjagen.
Diese Eigenschaften machten ihn natürlich für die schwedische Armee interessant.
Das Tier vermag gegnerische Truppen, die nie zuvor ein Elch gesehen haben, enorm
einzuschüchtern. Außerdem lassen sie sich so gut dressieren wie Pferde. Fast. Er
ist so intelligent, daß er beim ersten Schuß desertiert. (jcg)