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Gewohntermaßen greift sich Jörg Merkelbach allmorgendlich an
seinen Riechkolben und prustet einen unüberhören Laut aus seiner
Kehle. Schon kommen sie hohen Fußes anstolziert, seine felligen
Schweden. Seit einiger Zeit lebt das wohl bekannteste Haustier
Friedrichsbrunns - Elch Norbert - nicht mehr allein in seinem
Gehege im Ferienpark Merkelbach. Norbert hat zwei sechs Monate alte
Spielgefährten aus dem fernen Norden bekommen: Anna II. und
Uwe.
Elchkuh heißt erneut Anna
Anna I. war im vergangenen Jahr an einer Überdosis Brötchen
gestorben. "Deshalb habe ich die neue Elchkuh auf den gleichen
Namen getauft", erzählt Jörg Merkelbach. Und Uwe? "Der könnte
zukünftig für Nachwuchs sorgen", hofft der Elchfreund auf ein
erweitertes Areal für die munteren Vierbeiner.
Erst einmal müssen die beiden Halbwüchsigen jedoch groß und kräftig
werden. Jeweils 40 Kilo Nahrung vertilgen Anna und Uwe dafür
täglich. Möhren, Bananen und Äpfel mögen die 1,20 Meter großen
Elche am liebsten. "Und Tannen", fügt Merkelbach hinzu: "Darauf
sind sie ganz wild, weil sie so schön ölig sind." Ein solches
meterhohes Nadelgewächs verspachteln die Drei in 48 Stunden. Der
nunmehr 500 Kilo schwere Koloss Norbert, mit seinen anderthalb
Jahren nahezu ausgewachsen, freut sich über seine neuen
Mitbewohner. "Die ersten vier Wochen haben wir sie noch getrennt,
damit sie sich in Ruhe beschnuppern können", berichtet der
Ferienparkbesitzer. Heute fressen die gebürtigen Mosbacher - ein
kleiner Ort, in Schweden gelegen - gemeinsam aus einem viereckigen
Trog inmitten des Geländes.
Nickerchen im Schneebett
Die Kälte macht den Tieren nichts aus. "Bei Minus 25 Grad fühlen
sie sich pudelwohl. Norbert liegt gern im Schnee und macht ein
Nickerchen." Nur auf die Streicheleinheiten seines Herrchens
verzichtet er ungern. Mehrere Stunden hält sich Jörg Merkelbach
deswegen bei seinen pelzigen Nachbarn auf. Manchmal wird das Fell
der Tiere wie bei einem Pferd ordentlich durchgebürstet, ein
anderes Mal übt er mit ihnen den Elchkuss für die Besucher. "Wir
müssen uns täglich um die Drei kümmern, sonst verlieren sie den
Kontakt zum Menschen", sagt der Tierfan und setzt sich mit einem
Tässchen Glühwein ins Gehege und schaut den verspielten
Riesenhirschen beim Herumtollen auf dem drei Hektar großen Gelände
zu. Gleiches können von nun auch Gäste des Ferienparks tun. Denn
seit wenigen Tagen ist eines der Erholungsdomizile mit einer
eigenen Elchterrasse ausgestattet, von der man den ganzen Tag lang
Norbert & Co. beobachten kann.
Täglich finden von 10.30 bis 12 Uhr Führungen durch das Elchgehege
statt. Der Eintrittspreis beträgt pro Person vier Euro.