gesehen auf Westdeutsche Zeitung
Ein Besuch im Wildgehege auf den Süchtelner Höhen lohnt sich. Nur bei den
Hirschen und dem Elch sollte man zur Zeit Abstand halten.
Süchteln.
Was waren das für Zeiten, in denen man mit der ganzen Familie den sonntäglichen
"Ausflug ins Blaue" (oder Grüne)" machte? Da ging der Süchtelner zu Fuß auf
"seine" Höhen das Ausflugsziel am Niederrhein. Ein Ort der Entspannung und
Erholung sollte er sein. Hier sollte man den Alltag hinter sich lassen und das
war in Süchteln, der "Stadt im Grünen", möglich.
Etwas vom Glanz vergangener
Zeiten ist bis heute übrig geblieben: das Wildgehege. Außerdem gibt es die
Waldgaststätte Schroers, die Minigolf-Anlage und die Hütte der Waldjugend.
Unter freiem Himmel kann der Ausflügler im Wildgehege eine Menge
bestaunen, angefangen bei den Tieren, die aussehen wie kleine Ziegen. "Was sind
denn das für Ziegen", hört man einen Jungen seine Mutter fragen. Die aber kann
lesen und erfährt von den kleinen Infotafeln, dass es Schafe sind eine besondere
Rasse, die man "Kamerun-Schafe" nennt und die einer Ziege sehr ähnlich sehen.
Und schon geht' s weiter. Bei Kindern ganz hoch im Kurs: die "Villa
Schweineblick". Die kleine, aber massive Holzhütte mit dem ulkigen Namen stammt
aus dem Jahr 1999 damals wurde sie von der Süchtelner Landjugend erbaut. Von ihr
hat man eine Panoramasicht über das Wildschweingehege daher auch der Name
"Schweineblick".
Hier kann man den imposanten Keiler beobachten, der
gerade genüsslich herumkaut. Oder die jungen Frischlinge jetzt in ihrer Sturmund
Drangzeit, in der sie herumtollen oder kleine Machtspielchen unter ihresgleichen
austragen.
Doch nicht nur zu sehen gibt es dort, auch zu hören ist eine
ganze Menge: Derzeit sollte man besonders auf Hirsche und den riesigen Elch
achten. Beide Wildarten sind gerade in der Brunftzeit. So hört man die
männlichen Tiere um ihre Bräute werben. Das ist nicht ganz ungefährlich für die
menschlichen Besucher. Deshalb warnt Stadtförster Rainer Kammann Besucher davor,
Hunde mit ins Gehege zu nehmen. Die Tiere können sich schnell gereizt fühlen.
Eine Fußgängerbrücke verband bis in die 90er Jahre das weitläufige
Gelände. So konnten die Besucher noch näher an die Tiere herankommen. Die Brücke
verlief über das Wildschweingehege.
Obwohl ein Teil des weitläufigen
Geländes wegen der Brunftzeit vorübergehend gesperrt ist, lohnt sich ein Besuch
im Wildgehege, das über die Höhenstraße zu erreichen ist und in der Nähe der
Gaststätte Schroers liegt. Vom Parkplatz ist der Weg ausgeschildert. Der Besuch
im Gehege ist kostenlos.
Das Wildgehege ist von Oktober bis März
täglich von 9 bis 17 Uhr, von Mai bis September von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Die
Anlage besteht seit 1972. Das Gelände ist 70 000 Quadratmeter groß. Das Gehege
beherbergt Rot-, Dammund Schwarzwild, außerdem Kamerunschafe. Zwei Streifengänse
haben wegen der Vogelgrippe "Hausarrest".