31.05 - Elchkuh Elsas heimliche Reise

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„Als ich die Polizei informierte, haben die Beamten im ersten Moment wohl geglaubt, da ist ein Betrunkener am Telefon.“ Im Nachhinein kann Franz Migl aus Haus im Wald (Lkr. Freyung-Grafenau) schon wieder lachen. Zum Lachen war ihm am Pfingstsonntag gegen 0.05 Uhr nicht mehr zumute. Dem 40-Jährigen lief eine Elchkuh vor das Auto. Sie wurde beim Zusammenstoß so schwer verletzt, dass sie vom zuständigen Jagdpächter getötet werden musste. Es war kurz nach Mitternacht, als Migl nach Haus im Wald unterwegs war. Er saß alleine im Auto, als er kurz nach der Ortschaft Elsenthal im Scheinwerferlicht am rechten

Straßenrand einen Schatten sah. „Dann ging alles sehr schnell, ein Krachen, ein dumpfer Schlag.“ Ein Reh könne das nicht gewesen sein, habe er sich gedacht. Ein Pferd, sei es ihm durch den Kopf geschossen. Er habe dann sofort zurückgesetzt, um das Tier zu suchen. „Im ersten Augenblick habe ich nichts gesehen, bei genauerem Hinsehen habe ich es dann im Straßengraben gefunden. Und als ich die Ohren gesehen habe, war ich mir sicher, dass es ein Elch ist.“ Das Tier hat immer wieder versucht, aufzustehen, die hinteren Beine sind ihm aber immer weggeknickt. Migl griff zum Handy, informierte die Polizei. Und auch die Beamten staunten nicht schlecht, als sie den Wildunfall vor Ort aufnahmen. Überrascht war auch der zuständige Jagdpächter Josef Scheichenzuber, als er von der Polizei über den Unfall informiert wurde: Er solle kommen, um dem Elch den Gnadenschuss zu geben, um ihn so von seinen Leiden zu erlösen. „Das Tier hatte am Hinterlauf einen offenen Bruch, bei dem der Knochen zu sehen war.“ Zudem musste auch das Rückgrat verletzt worden sein.
Laut Scheichenzuber handelt es sich bei dem Tier um eine etwa zweijährige Elchkuh, das Gewicht habe bei 225 Kilogramm gelegen. „Wir haben


schon vermutet, dass sich der Elch bei uns im Revier aufhält“, sagt er. In den letzten Wochen habe man immer wieder Fährten von ihm gefunden. Einem Jagdkollegen von ihm sei er vor wenigen Tagen sogar vor das Auto gesprungen. Für den erfahrenen Jäger ist es wahrscheinlich, dass es sich bei der Kuh um das Tier handelt, das jenen Elchbullen begleitet hatte, der Anfang Februar bei Breitenberg (Lkr. Passau) ebenfalls nach einem Verkehrsunfall erlegt werden musste. Medien tauften das Tier damals „Elsa“. Vermutlich streifte die Elchkuh, die mit ihrem Gefährten vom böhmischen Moldau-Stausee gekommen war, seither durch den Bayerwald. Das Jagdrecht sieht vor, dass Scheichenzuber die Verwertung des Elches zusteht. Das Tier wurde bereits fachmännisch zerlegt. Probleme, das Wildbret an den Mann zu bringen, dürfte er nicht haben. „Viele Gasthäuser aus der Umgebung haben schon angefragt, ob sie Elchfleisch haben können.“





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 17.12.2008