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„Als ich die Polizei informierte, haben die Beamten im ersten Moment wohl
geglaubt, da ist ein Betrunkener am Telefon.“ Im Nachhinein kann Franz Migl aus
Haus im Wald (Lkr. Freyung-Grafenau) schon wieder lachen. Zum Lachen war ihm am
Pfingstsonntag gegen 0.05 Uhr nicht mehr zumute. Dem 40-Jährigen lief eine
Elchkuh vor das Auto. Sie wurde beim Zusammenstoß so schwer verletzt, dass sie
vom zuständigen Jagdpächter getötet werden musste. Es war kurz nach Mitternacht,
als Migl nach Haus im Wald unterwegs war. Er saß alleine im Auto, als er kurz
nach der Ortschaft Elsenthal im Scheinwerferlicht am rechten
Straßenrand
einen Schatten sah. „Dann ging alles sehr schnell, ein Krachen, ein dumpfer
Schlag.“ Ein Reh könne das nicht gewesen sein, habe er sich gedacht. Ein Pferd,
sei es ihm durch den Kopf geschossen. Er habe dann sofort zurückgesetzt, um das
Tier zu suchen. „Im ersten Augenblick habe ich nichts gesehen, bei genauerem
Hinsehen habe ich es dann im Straßengraben gefunden. Und als ich die Ohren
gesehen habe, war ich mir sicher, dass es ein Elch ist.“ Das Tier hat immer
wieder versucht, aufzustehen, die hinteren Beine sind ihm aber immer
weggeknickt. Migl griff zum Handy, informierte die Polizei. Und auch die Beamten
staunten nicht schlecht, als sie den Wildunfall vor Ort aufnahmen. Überrascht
war auch der zuständige Jagdpächter Josef Scheichenzuber, als er von der Polizei
über den Unfall informiert wurde: Er solle kommen, um dem Elch den Gnadenschuss
zu geben, um ihn so von seinen Leiden zu erlösen. „Das Tier hatte am Hinterlauf
einen offenen Bruch, bei dem der Knochen zu sehen war.“ Zudem musste auch das
Rückgrat verletzt worden sein.
Laut Scheichenzuber handelt es sich bei dem
Tier um eine etwa zweijährige Elchkuh, das Gewicht habe bei 225 Kilogramm
gelegen. „Wir haben
schon vermutet, dass sich der Elch bei uns im
Revier aufhält“, sagt er. In den letzten Wochen habe man immer wieder Fährten
von ihm gefunden. Einem Jagdkollegen von ihm sei er vor wenigen Tagen sogar vor
das Auto gesprungen. Für den erfahrenen Jäger ist es wahrscheinlich, dass es
sich bei der Kuh um das Tier handelt, das jenen Elchbullen begleitet hatte, der
Anfang Februar bei Breitenberg (Lkr. Passau) ebenfalls nach einem Verkehrsunfall
erlegt werden musste. Medien tauften das Tier damals „Elsa“. Vermutlich streifte
die Elchkuh, die mit ihrem Gefährten vom böhmischen Moldau-Stausee gekommen war,
seither durch den Bayerwald. Das Jagdrecht sieht vor, dass Scheichenzuber die
Verwertung des Elches zusteht. Das Tier wurde bereits fachmännisch zerlegt.
Probleme, das Wildbret an den Mann zu bringen, dürfte er nicht haben. „Viele
Gasthäuser aus der Umgebung haben schon angefragt, ob sie Elchfleisch haben
können.“