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Hopferau - Elche scheinen in „Gustls Hütte“ zwischen Hopferau und Heimen eine
besondere Rolle zu spielen. Im Zimmer von Jakob Seitz sitzt ein brauner
Plüschelch, von der Bettwäsche strahlt ein Comic-Elch. An den Glasscheiben einer
Holztüre kleben kleine Huftiere. Und in der Wohnstube im Erdgeschoss steht eine
riesige Schneekugel. Natürlich mit Elch und Weihnachtsmann.
Das war nicht
immer so. Es begann im vergangenem Winter: Als im Februar ein Filmteam der Sam
Film GmbH in das beschauliche Heimen einfiel und dort für wenige Wochen
Hollywood-Luft aufkommen ließ. Das Holzhaus der Familie Seitz wurde zum Drehort
für das turbulenten Weihnachtsmärchen „Es ist ein Elch
entsprungen“.
Vorpremiere am Dienstag
Dieser Elch - im Auftrag
des Weihnachtsmannes (Mario Adorf) auf Probeflug - stürzt über dem Haus der
Geschwister Berti (Raban Bieling) und Kiki (Sarah Beck) ab. Daraus entwickelt
sich eine turbulente Geschichte. Am Donnerstag kommt der Film deutschlandweit in
die Kinos, Vorpremiere im Alpenfilmtheater in Füssen ist bereits am Dienstag, 1.
November, um 16 Uhr.
Es war eher Zufall, dass das Filmteam auf das heimelige
Holzhaus der Familie Seitz aufmerksam wurde. Klar war damals, man werde im
Kloster St. Mang drehen, im Tannheimer Tal und rund ums Schloss Bullachberg in
Schwangau. Jetzt suchte das Team noch ein Haus für die Familie, durch dessen
Dach der Elch stürzen sollte. „Die Anforderungen waren: abgelegen, aus Holz,
Stromversorgung. Und unbewohnt“, sagt Zenzi Lipp von der Gäste-Information
Hopferau, die mit dem Team auf Haussuche war. Als sie dabei an „Gustls Hütte“
vorbeikamen, war sich das Team einig: „Das wär’s.“
So nahm die Sam Film GmbH
Kontakt zu Barbara Seitz auf. „Natürlich habe ich mir überlegt, ob ich das
möchte“, sagt sie. Drei Wochen sollte die vierköpfige Familie mitsamt Hündin
Antonia ausziehen. Nur Kater Maximilian durfte in Heimen bleiben.
Ausschlaggebend war für Barbara Seitz schließlich, dass ihr die Sams-Verfilmung
von Regisseur Ben Verbong gefallen hatte. Verbong sollte auch diesen Kinderfilm
produzieren.
Am 9. Februar war es soweit: Die Leute von der Requisite rückten
an. Mit Bäumen für den Außenbereich, Möbeln und allerlei kleinem Inventar. Das
Zimmer des 17-jährigen Sohns Jakob wurde zum Kinderzimmer der ordentlichen Kiki,
das Arbeitszimmer zum Wohnraum des schlampigen Berti. Auch der Eingangsbereich
wurde umgestaltet. „In Küche und Wohnzimmer wurde nicht gedreht, die Räume
wurden im Studio in München nachgebaut“, sagt Barbara Seitz.
Beim Dekorieren
ging sie den Leuten von der Requisite selbst zur Hand. „Sie haben mich zum
Beispiel nach Kinderzeichnungen und Spielzeug gefragt. Und so kamen ganz alte
Sachen wieder zu Ehren“, sagt sie und zeigt stolz ein Bild mit einer Blume und
einen gefalteten Schmetterling, den Jakob einst für seinen Vater bastelte. Auch
Kerzenleuchter und viele andere Kleinigkeiten sind im Film zu sehen. Einige
Sachen lieh sie später für die Studioaufnahmen in München aus, andere wurden
dort exakt nachgebaut. Hektik kam auf, als zwei Tage, bevor die Schauspieler
anrückten, Fön und Dauerregen einsetzten. „Der Schnee schmolz weg, eine Firma
transportierte daraufhin Kunstschnee an, Bäume und Fenster wurden weiß besprüht,
das Dach komplett weiß eingepackt“, erzählt Barbara Seitz. Am kommenden Tag
begann es wieder zu schneien.
Einen Fuhrpark von 20 Lastern, ein Wohnzimmer
voller Kabel, Kameras und sonstiger Technik, Maskenbildner und Kameramänner
sowie Filmstars wie die Leinwandlegende Mario Adorf: Das war das Bild, das
Barbara Seitz in den kommenden zwei Wochen vorfand, wenn sie nach Hause kam, um
Kater Maximilian zu füttern. Oder um einfach nur, um das Treiben zu beobachten.
„Die absolute Stille beim Dreh, die nächtelangen Arbeitszeiten, die Kälte bei
Aufnahmen im Freien, die Enge bei Innenaufnahmen - das alles war unheimlich
beeindruckend“, sagt sie. Bis zu 40 Menschen gingen teilweise in ihrem Häuschen
ein und aus. Die schönste Szene waren für sie Nachtaufnahmen von „Gustls Hütte“:
Hinter jedem Fenster waren Scheinwerfer eingeschaltet, und ein drei Meter großer
Heliumballon leuchtete über dem Haus als Mond.
Ist der Kater auf der
Leinwand?
Vorbei war alles nach gut drei Wochen. Nur zwei Tage dauerte
es, bis die Requisiten abgebaut und das Haus wieder sauber war. Jetzt ist die
gesamte Familie gespannt auf die Vorpremiere in München, die sie besuchen wird.
Dann sehen auch sie zum ersten Mal den Elch, der während der Filmaufnahmen ein
Geheimnis blieb. Die Frage, die alle beschäftigt, ist aber eine andere: Wird
Kater Maximilian im Film zu sehen sein?
i Wir verlosen fünf mal zwei
Karten für die Vorpremiere von „Es ist ein Elch entsprungen“ am Dienstag, 1.
November, 16 Uhr im Alpenfilmtheater Füssen. Wer gewinnen möchte, braucht nur
den Coupon auszufüllen - Stichwort „Elch“ - und ihn bis Montag, 31. Oktober, in
der Redaktion der Allgäuer Zeitung abgeben oder rechtzeitig per Post abschicken.
Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt. Die Karten liegen dann am
Dienstag an der Kinokasse im Alpenfilmtheater Füssen
bereit.