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Die Eifersucht hat ihn rasend gemacht: Ein knapp dreijähriger
Elchbulle ist am Mittwochmorgen aus seinem Gehege im Wildpark Poing
ausgebrochen. Seine Hormone spielten verrückt, der Grund: Es ist
Brunftzeit. Seinen Ausraster musste der 200 Kilo schwere Elch mit
dem Leben bezahlen. Nur mit einem gezielten Kopfschuss konnte der
Irrlauf des Tieres gestoppt werden. „Es war der Worst Case, ein
Notfall. Uns ist nichts anderes übrig geblieben“, sagt Jäger Rudolf
Maier, der Falkner des Wildparks. „Das Ganze war innerhalb weniger
Minuten erledigt. Hätten wir versucht, den Elch zu narkotisieren,
wer weiß, was dann passiert wäre und wohin das Tier im
Dämmerzustand gelaufen wäre“, sagt Wildpark-Leiter Josef
Festl.
Das Elch-Gehege befindet sich neben jenem der Braunbären, nahe der
S-Bahnstrecke Ostbahnhof – Erding. Als gegen 8.45 Uhr der Schuss
den Bullen niederstreckte, befand der sich zwischen Wildparkzaun
und Gleise. Die Bahn hatte den Betrieb der S 2 zwischen Feldkirchen
und Markt Schwaben vorsorglich für eine halbe Stunde
eingestellt.
Seit einer Woche war der junge Elch von seinen Eltern getrennt in
einem Vorgehege untergebracht. Der Vater machte der Mutter die in
der Brunftzeit üblichen Avancen. „Bis heuer haben die beiden Bullen
auch während der Brunftzeit friedlich miteinander gelebt“, erzählt
Wildpark-Chef Josef Festl. Heuer aber habe es erstmals Anzeichen
dafür gegeben, dass dies so nicht mehr funktioniert. Die Rivalität
war spürbar. Deshalb die Trennung, die lediglich zwei Wochen dauern
sollte. „Nach der Brunftzeit kehrt wieder Ruhe ein.“ Dann wäre der
Hormonpegel wieder auf Normalstand gewesen.
So lange wollte der junge Bulle scheinbar nicht warten. Wie er aus
dem Gehege ausbrechen konnte, sei ein Rätsel, sagt Festl. „Der
Elchzaun ist doppelt gesichert.“ Doch für unvorhergesehene Fälle
sei der Wildpark stets gerüstet. „Von uns sind immer Leute da.“
Außerdem gebe es Notfallpläne. Deshalb sei die Aktion gestern
schnell über die Bühne gegangen. „Es war definitiv die einzige
Möglichkeit, die Sache zu beenden, ohne dass größerer Schaden
angerichtet wird“, sagt Jäger und Falkner Rudolf Maier.
Die einzigen, die sich über den Tod des Elchs freuen dürften, sind
die Wölfe des Wildparks. „Die bekommen das Fleisch als Futter“,
sagt Josef Festl. Das Fleisch des 200 Kilo-Bullen reiche den zehn
Wölfen etwa vier Tage.