28.09. - Elch bricht aus und wird erschossen

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Die Eifersucht hat ihn rasend gemacht: Ein knapp dreijähriger Elchbulle ist am Mittwochmorgen aus seinem Gehege im Wildpark Poing ausgebrochen. Seine Hormone spielten verrückt, der Grund: Es ist Brunftzeit. Seinen Ausraster musste der 200 Kilo schwere Elch mit dem Leben bezahlen. Nur mit einem gezielten Kopfschuss konnte der Irrlauf des Tieres gestoppt werden. „Es war der Worst Case, ein Notfall. Uns ist nichts anderes übrig geblieben“, sagt Jäger Rudolf Maier, der Falkner des Wildparks. „Das Ganze war innerhalb weniger Minuten erledigt. Hätten wir versucht, den Elch zu narkotisieren, wer weiß, was dann passiert wäre und wohin das Tier im Dämmerzustand gelaufen wäre“, sagt Wildpark-Leiter Josef Festl.

Das Elch-Gehege befindet sich neben jenem der Braunbären, nahe der S-Bahnstrecke Ostbahnhof – Erding. Als gegen 8.45 Uhr der Schuss den Bullen niederstreckte, befand der sich zwischen Wildparkzaun und Gleise. Die Bahn hatte den Betrieb der S 2 zwischen Feldkirchen und Markt Schwaben vorsorglich für eine halbe Stunde eingestellt.

Seit einer Woche war der junge Elch von seinen Eltern getrennt in einem Vorgehege untergebracht. Der Vater machte der Mutter die in der Brunftzeit üblichen Avancen. „Bis heuer haben die beiden Bullen auch während der Brunftzeit friedlich miteinander gelebt“, erzählt Wildpark-Chef Josef Festl. Heuer aber habe es erstmals Anzeichen dafür gegeben, dass dies so nicht mehr funktioniert. Die Rivalität war spürbar. Deshalb die Trennung, die lediglich zwei Wochen dauern sollte. „Nach der Brunftzeit kehrt wieder Ruhe ein.“ Dann wäre der Hormonpegel wieder auf Normalstand gewesen.

So lange wollte der junge Bulle scheinbar nicht warten. Wie er aus dem Gehege ausbrechen konnte, sei ein Rätsel, sagt Festl. „Der Elchzaun ist doppelt gesichert.“ Doch für unvorhergesehene Fälle sei der Wildpark stets gerüstet. „Von uns sind immer Leute da.“ Außerdem gebe es Notfallpläne. Deshalb sei die Aktion gestern schnell über die Bühne gegangen. „Es war definitiv die einzige Möglichkeit, die Sache zu beenden, ohne dass größerer Schaden angerichtet wird“, sagt Jäger und Falkner Rudolf Maier.

Die einzigen, die sich über den Tod des Elchs freuen dürften, sind die Wölfe des Wildparks. „Die bekommen das Fleisch als Futter“, sagt Josef Festl. Das Fleisch des 200 Kilo-Bullen reiche den zehn Wölfen etwa vier Tage.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 03.10.2011