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Mit den Elchen ist das so eine Sache: Eigentlich ist es in
Bayern zu warm, als dass sich die bis zu 500 Kilogramm schweren und
mit 2,30 Meter Schulterhöhe riesigen Tiere hier wohlfühlen
könnten.
Außerdem ist der Freistaat zu dicht besiedelt, allein die vielen
Autos hier würden den behäbigen Elchen schnell zum Verhängnis.
Dennoch werden vor allem im Bayerischen Wald immer wieder einzelne
Elche gesichtet. Sie dürften aus Tschechien stammen, wo am
Moldau-Stausee eine kleine Population lebt.
"Die sind alle nur auf Durchwanderung", sagen Wildtier-Experten wie
Ulrich Wotschikowsky vom Verein für Arten-, Umwelt- und
Naturschutz. "Anders als beim Bären und Wolf, die sich über kurz
oder lang ihre einstigen Lebensräume zurückerobern dürften, wird es
hier nie dauerhaft Elche geben."
Dennoch basteln sie im Forstministerium an der Vollendung eines
Elchmanagements im Freistaat. Es könnte ja doch sein, dass Elche
zuwandern, die Wälder zusammenfressen und schwerste Unfälle auf den
Straßen verursachen.
Deshalb haben Fachleute - vom Innen- und Umweltministerium, vom
Bauern- und Jagdverband, vom Bund Naturschutz und Vogelschutzbund
und andere mehr - in monatelanger Arbeit einen "Elchplan für
Bayern" ausgetüftelt.
Damit nicht genug. Demnächst wird eine Datenbank eingerichtet, um
Elchsichtungen wissenschaftlich auswerten zu können. Wotschikowsky
nennt all das Popanz. "Der wahre Grund für all den Aufwand", sagt
er, "ist Eifersucht unter Ministerialbeamten."
Bislang drei Kollisionen
Dazu muss man wissen, dass das Forstministerium auch zuständig ist
für die Tiere im Wald. Nur für nicht für Bären, Wölfe und Luchse.
Sie stehen unter strengstem Artenschutz und der ist Sache des
Umweltministeriums.
Deshalb war auch der damalige Umweltminister Werner Schnappauf
gefragt, als Bär Bruno 2006 mächtigen Wirbel in Bayern und
Deutschland auslöste.
Den Jagdexperten im Forstministerium soll das sehr missfallen
haben. Ihre Eifersucht soll sich auch dann fortgesetzt haben, als
das Umweltministerium Managementpläne für Bär, Wolf und Luchs
erarbeitete, damit sich der Wirbel nicht wiederholt, sollten erneut
Raubtiere auftauchen.
Wie durch einen wundersamen Zufall häuften sich im Jahr von Bruno
allerdings auch die Elchsichtungen. 2007 gab es sogar drei
Autounfälle mit Elchen. So hatte der damalige Forstminister Josef
Miller plötzlich Anlässe genug, einen Elchplan zu fordern.
"Auch wenn der Plan selbst überflüssig ist", sagt Wotschikowski
dazu, "das Forstministerium kann zeigen, dass es Wildtierpläne
machen kann." 2008 übrigens war es bereits wieder ruhig um die
Elche. Im Nationalpark Bayerischer Wald soll einmal einer gesehen
worden sein.