Pressetext
Der Satirepreis GÖTTINGER ELCH geht 2012 an die Cartoonistin,
Comiczeichnerin,
Illustratorin, Malerin und Objektkünstlerin Franziska Becker. Die
Auszeichnung wird jährlich für
ein satirisches Lebenswerk vergeben und ist mit 3.333 Euro, einer
silbernen Elchbrosche und
99 Dosen „Original Göttinger Elch-Rahmsüppchen“ dotiert. Die
feierliche Verleihung, an der
auch frühere Preisträger teilnehmen werden, findet am 28. Januar
2012, 20.00 Uhr im
Deutschen Theater Göttingen statt. Die Laudatio hält die Münchner
Verlegerin Antje
Kunstmann, und Dagmar Schönleber und Katinka Buddenkotte werden als
Duo „Wüst’n’Rot“
eine kabarettistische Leseshow aufführen.
„Franziska Becker ist die führende Cartoonistin und witzigste
Frauenrechtlerin Deutschlands“,
rühmt die Jury die Preisträgerin. „Mit satirischem Scharfblick,
aber auch herzstärkendem
Humor und überlegener Selbstironie klärt sie auf über die verkehrte
Welt von Mann und Frau
und bringt auch jenseits des Geschlechterkampfes die Tatbestände
und Widersprüche in
Politik, Gesellschaft und Alltag auf den komischen Punkt. In ihren
Cartoons und
Bildergeschichten, ihren großen Gemälden und kleinen Kunstobjekten
beweist sie, dass Spaß
und Erkenntnis, befreiendes Lachen und lustvolles Nachdenken keine
Gegensätze sind,
sondern zusammenpassen - genau wie kluge Frauen und gescheite
Männer.“
Die 1949 geborene Franziska Becker ist Hauskarikaturistin der
Zeitschrift „Emma“ seit deren
Gründung im Jahr 1977. Sie veröffentlichte über zwanzig Bücher, von
denen einige zu
Bestsellern wurden, so die Sammelbände mit dem Titel „Mein
feministischer Alltag 1-4“, die
zwei Bücher über „Männer“ (1985) und „Weiber“ (1990) sowie die
Asterix-und-Obelix-Parodie
„Feminax und Walkürax“ (1992). Ausstellungen führten Becker, die in
Köln, im Bergischen
Land und in Philadelphia (USA) lebt, über den deutschsprachigen
Raum hinaus bis nach New
York, die Türkei und nach Indien und machten sie international
bekannt.
Franziska Becker ist die zweite Frau, die den Satirepreis GÖTTINGER
ELCH erhält. Die
bisherigen Preisträger waren der Cartoonist Chlodwig Poth (1997),
der Zeichner und
Schriftsteller Robert Gernhardt (1999), der Kabarettist Gerhard
Polt (2000), der Kolumnist und
Übersetzer Harry Rowohlt (2001), die Karikaturistin Marie Marcks
(2002), der Zeichner und
Dichter F. W. Bernstein (2003), der Schweizer Kabarettist Emil
Steinberger (2004), der
Komiker Otto Waalkes (2005), der Zeichner Hans Traxler (2006), der
Zeichner und Musiker
Ernst Kahl (2007), die bayerischen Volksmusiker und Kabarettisten
der Biermösl Blosn (2008),
der Musiker, Schriftsteller und Filmemacher Helge Schneider (2009),
der Komödiant und
Musiker Olli Dittrich (2010) und der österreichische Kabarettist
Josef Hader (2011).
Der GÖTTINGER ELCH will den guten Ruf der komischen Künste festigen
und das Ansehen
der in Wort und Bild tätigen Satiriker im deutschen Sprachraum
mehren. Der Preis hat seine
Heimat nicht zufällig in Göttingen: Die Stadt hat Tradition in
Sachen Satire, die im 18.
Jahrhundert mit dem genialen Aphoristiker Georg Christoph
Lichtenberg beginnt und bis in die
jüngste Vergangenheit von den Wahl-Göttingern Robert Gernhardt und
F.W. Bernstein
fortgeführt wurde. Einem sprichwörtlich gewordenen Zweizeiler
Bernsteins ist der Name des
Satirepreises entlehnt: „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren
früher selber welche.“
Die ELCH-Jury 2012: Antje Kunstmann, München, Verlegerin; Hilmar
Beck, Fachbereich Kultur
der Stadt Göttingen; WP Fahrenberg, Ausstellungsbüro Göttingen;
Achim Frenz, Museum für
Komische Kunst, Frankfurt am Main; Dr. Peter Köhler, Göttingen,
Journalist; Martin Sonntag,
Caricatura Kassel; Hans Zippert, Oberursel, Publizist; Josef Hader,
ELCH-Preisträger 2011.
Mehr über den ELCH und seine Preisträger/in unter www.walkyrax.de
und www.goettinger-
elch.de.