26.12. - Göttinger Elch an Franziska Becker

Pressetext

Der Satirepreis GÖTTINGER ELCH geht 2012 an die Cartoonistin, Comiczeichnerin,
Illustratorin, Malerin und Objektkünstlerin Franziska Becker. Die Auszeichnung wird jährlich für
ein satirisches Lebenswerk vergeben und ist mit 3.333 Euro, einer silbernen Elchbrosche und
99 Dosen „Original Göttinger Elch-Rahmsüppchen“ dotiert. Die feierliche Verleihung, an der
auch frühere Preisträger teilnehmen werden, findet am 28. Januar 2012, 20.00 Uhr im
Deutschen Theater Göttingen statt. Die Laudatio hält die Münchner Verlegerin Antje
Kunstmann, und Dagmar Schönleber und Katinka Buddenkotte werden als Duo „Wüst’n’Rot“
eine kabarettistische Leseshow aufführen.


„Franziska Becker ist die führende Cartoonistin und witzigste Frauenrechtlerin Deutschlands“,
rühmt die Jury die Preisträgerin. „Mit satirischem Scharfblick, aber auch herzstärkendem
Humor und überlegener Selbstironie klärt sie auf über die verkehrte Welt von Mann und Frau
und bringt auch jenseits des Geschlechterkampfes die Tatbestände und Widersprüche in
Politik, Gesellschaft und Alltag auf den komischen Punkt. In ihren Cartoons und
Bildergeschichten, ihren großen Gemälden und kleinen Kunstobjekten beweist sie, dass Spaß
und Erkenntnis, befreiendes Lachen und lustvolles Nachdenken keine Gegensätze sind,
sondern zusammenpassen - genau wie kluge Frauen und gescheite Männer.“

Die 1949 geborene Franziska Becker ist Hauskarikaturistin der Zeitschrift „Emma“ seit deren
Gründung im Jahr 1977. Sie veröffentlichte über zwanzig Bücher, von denen einige zu
Bestsellern wurden, so die Sammelbände mit dem Titel „Mein feministischer Alltag 1-4“, die
zwei Bücher über „Männer“ (1985) und „Weiber“ (1990) sowie die Asterix-und-Obelix-Parodie



„Feminax und Walkürax“ (1992). Ausstellungen führten Becker, die in Köln, im Bergischen
Land und in Philadelphia (USA) lebt, über den deutschsprachigen Raum hinaus bis nach New
York, die Türkei und nach Indien und machten sie international bekannt.

Franziska Becker ist die zweite Frau, die den Satirepreis GÖTTINGER ELCH erhält. Die
bisherigen Preisträger waren der Cartoonist Chlodwig Poth (1997), der Zeichner und
Schriftsteller Robert Gernhardt (1999), der Kabarettist Gerhard Polt (2000), der Kolumnist und
Übersetzer Harry Rowohlt (2001), die Karikaturistin Marie Marcks (2002), der Zeichner und
Dichter F. W. Bernstein (2003), der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger (2004), der
Komiker Otto Waalkes (2005), der Zeichner Hans Traxler (2006), der Zeichner und Musiker
Ernst Kahl (2007), die bayerischen Volksmusiker und Kabarettisten der Biermösl Blosn (2008),
der Musiker, Schriftsteller und Filmemacher Helge Schneider (2009), der Komödiant und
Musiker Olli Dittrich (2010) und der österreichische Kabarettist Josef Hader (2011).

Der GÖTTINGER ELCH will den guten Ruf der komischen Künste festigen und das Ansehen
der in Wort und Bild tätigen Satiriker im deutschen Sprachraum mehren. Der Preis hat seine
Heimat nicht zufällig in Göttingen: Die Stadt hat Tradition in Sachen Satire, die im 18.
Jahrhundert mit dem genialen Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg beginnt und bis in die
jüngste Vergangenheit von den Wahl-Göttingern Robert Gernhardt und F.W. Bernstein
fortgeführt wurde. Einem sprichwörtlich gewordenen Zweizeiler Bernsteins ist der Name des
Satirepreises entlehnt: „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“

Die ELCH-Jury 2012: Antje Kunstmann, München, Verlegerin; Hilmar Beck, Fachbereich Kultur
der Stadt Göttingen; WP Fahrenberg, Ausstellungsbüro Göttingen; Achim Frenz, Museum für
Komische Kunst, Frankfurt am Main; Dr. Peter Köhler, Göttingen, Journalist; Martin Sonntag,
Caricatura Kassel; Hans Zippert, Oberursel, Publizist; Josef Hader, ELCH-Preisträger 2011.

Mehr über den ELCH und seine Preisträger/in unter www.walkyrax.de und www.goettinger-
elch.de.

 





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