23.06. - Elch jetzt am gefährlichsten

gesehen auf www.spiegel.de

"Dusel-Elche"? Von wegen! Gerade im Juni sind Elche nämlich in Topform - das heißt: Sie sind aggressiv, schnell, eigentlich unüberwindlich. Zeit für eine gründliche Elchwarnung, meint die schwedische Zeitung "Expressen" - die heute auf Schlagzeilen der "Bild"-Zeitung antwortete.

Berlin - Die Schweden schlagen zurück: Ein rotes Warndreieck mit einem Elch prangt auf der Homepage der schwedischen Zeitung "Expressen". Darunter steht: "Achtung: Wenn Elche angreifen!" "Dusel-Elche" hatte die "Bild"-Zeitung die schwedische Fußballmannschaft nach dem Spiel gegen Paraguay genannt und später verkündet, 81 Prozent ihrer Leser seien sich sicher, dass Deutschland die "IKEA-Kicker" vermöbeln werde.

Das könne nur Neid sein - und eine grobe und fahrlässige Unterschätzung der Spezies Elch, vermutet nun die schwedische Zeitung "Expressen".

Es sei wohl nicht leicht für die deutschen Frauen, die unstillbare Sehnsucht nach wohl geformten Sportlerkörpern zu ertragen - à la "Sexy Freddie" Ljungberg. An dessen knackigen Hintern würde wohl jede deutsche Frau gerne "Hand anlegen", vermutet das Blatt. Es müsse schon weh tun, "wenn man selbst... nun ja... deutsch aussieht". Hintern-Neid hin oder her - am Samstag ist Elchwarnung angesagt, wenn Gastgeber Deutschland im Achtelfinale auf Schweden trifft.

Eine Elchwarnung? Die steht biologisch auf festen Füßen, so "Expressen": Denn Ende Mai, wenn die Elche gerade süße kleine Kälbchen bekommen hätten, könnten die Elchbullen lebensgefährlich werden. Und tatsächlich: In der schwedischen Nationalmannschaft gibt es eine Menge frischgebackener Väter. Elche im Gehege, also auf dem Fußballplatz, würden sehr leicht aggressiv, warnt die Zeitung.

Gefahr durch halbwilde Tiere

Am gefährlichsten seien die "halbwilden Elche", die - wie die schwedischen Fußballstars - "an Publikum gewöhnt sind und in die Vorgärten der Leute eindringen und sich dort die Äpfel schmecken lassen". Das schreiende Publikum kann den Deutschen dabei auch nicht helfen: Schließlich würden die Elche den Lärm als Aufforderung zum Angriff verstehen. Und damit sei klar: "Die Elche bleiben stets der moralische Sieger."

Das habe auch das Spiel gegen Paraguay gezeigt: In der Abwehr hätten die "hitzigen Jungbullen" Olof Mellberg und Erik Edman einen harten Job. "Aber zum Glück ist der Altbulle Teddy Lucic immer in der Nähe", so die schwedische Zeitung. Vielleicht sei sein Geweih im Alter etwas brüchig geworden, aber Lucic wüsste es immer noch zu gebrauchen.
Tierarzt Bengt Röken bekräftigt: "Die Elchkühe treten mit den Vorderhufen zu, und die Elchbullen greifen mit dem Geweih an. Ich wurde noch nie verletzt, aber ich bin schon oft gerannt. Sie sind richtig schnell, man muss also verdammt aufpassen."

Also Achtung Klinsmann: Vor allem bei Christian Wilhelmsson und Fredrik Ljungberg an den Außenflügeln des schwedischen Mittelfeldes sei Vorsicht angebracht. "Diese beiden jungen Heißsporne auf schnellen Beinen, auf dem Weg vom Kalb zum Elchbullen, sind immer bereit, sich hervorzutun und einen Gang zuzulegen." Und Marcus Allbäck? "Dieser kompakte forsche Elch weiß, wie man Nachschüsse verwandelt und Ecken ins Tor köpft."

Im Grunde seien alle Elche gefährlich - nur auf unterschiedliche Art und Weise: Zlatan Imbrahimovic? "192 cm Elch", konstatiert Expressen, "fast unüberwindlich, wenn er in Form ist, egal wie groß der Hochsitz ist, auf dem sein Gegner sitzt."

Fazit: Die Deutschen hätten nur eine Möglichkeit, die Elche aus Schweden am Samstag in die Flucht zu schlagen: Mit Peitschen oder Steinschleudern. "Aber die Deutschen sollen erst einmal versuchen, eine Steinschleuder am Schiedsrichtertrio vorbeizuschmuggeln." Viel Glück dabei wünscht "Expressen".






Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 17.12.2008