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"Dusel-Elche"? Von wegen! Gerade im Juni sind Elche nämlich in Topform - das
heißt: Sie sind aggressiv, schnell, eigentlich unüberwindlich. Zeit für eine
gründliche Elchwarnung, meint die schwedische Zeitung "Expressen" - die heute
auf Schlagzeilen der "Bild"-Zeitung antwortete.
Berlin - Die Schweden
schlagen zurück: Ein rotes Warndreieck mit einem Elch prangt auf der Homepage
der schwedischen Zeitung "Expressen". Darunter steht: "Achtung: Wenn Elche
angreifen!" "Dusel-Elche" hatte die "Bild"-Zeitung die schwedische
Fußballmannschaft nach dem Spiel gegen Paraguay genannt und später verkündet, 81
Prozent ihrer Leser seien sich sicher, dass Deutschland die "IKEA-Kicker"
vermöbeln werde.
Das könne nur Neid sein - und eine grobe und
fahrlässige Unterschätzung der Spezies Elch, vermutet nun die schwedische
Zeitung "Expressen".
Es sei wohl nicht leicht für die deutschen Frauen,
die unstillbare Sehnsucht nach wohl geformten Sportlerkörpern zu ertragen - à la
"Sexy Freddie" Ljungberg. An dessen knackigen Hintern würde wohl jede deutsche
Frau gerne "Hand anlegen", vermutet das Blatt. Es müsse schon weh tun, "wenn man
selbst... nun ja... deutsch aussieht". Hintern-Neid hin oder her - am Samstag
ist Elchwarnung angesagt, wenn Gastgeber Deutschland im Achtelfinale auf
Schweden trifft.
Eine Elchwarnung? Die steht biologisch auf festen Füßen,
so "Expressen": Denn Ende Mai, wenn die Elche gerade süße kleine Kälbchen
bekommen hätten, könnten die Elchbullen lebensgefährlich werden. Und
tatsächlich: In der schwedischen Nationalmannschaft gibt es eine Menge
frischgebackener Väter. Elche im Gehege, also auf dem Fußballplatz, würden sehr
leicht aggressiv, warnt die Zeitung.
Gefahr durch halbwilde
Tiere
Am gefährlichsten seien die "halbwilden Elche", die - wie die
schwedischen Fußballstars - "an Publikum gewöhnt sind und in die Vorgärten der
Leute eindringen und sich dort die Äpfel schmecken lassen". Das schreiende
Publikum kann den Deutschen dabei auch nicht helfen: Schließlich würden die
Elche den Lärm als Aufforderung zum Angriff verstehen. Und damit sei klar: "Die
Elche bleiben stets der moralische Sieger."
Das habe auch das Spiel gegen
Paraguay gezeigt: In der Abwehr hätten die "hitzigen Jungbullen" Olof Mellberg
und Erik Edman einen harten Job. "Aber zum Glück ist der Altbulle Teddy Lucic
immer in der Nähe", so die schwedische Zeitung. Vielleicht sei sein Geweih im
Alter etwas brüchig geworden, aber Lucic wüsste es immer noch zu gebrauchen.
Tierarzt Bengt Röken bekräftigt: "Die Elchkühe treten mit den Vorderhufen
zu, und die Elchbullen greifen mit dem Geweih an. Ich wurde noch nie verletzt,
aber ich bin schon oft gerannt. Sie sind richtig schnell, man muss also verdammt
aufpassen."
Also Achtung Klinsmann: Vor allem bei Christian Wilhelmsson
und Fredrik Ljungberg an den Außenflügeln des schwedischen Mittelfeldes sei
Vorsicht angebracht. "Diese beiden jungen Heißsporne auf schnellen Beinen, auf
dem Weg vom Kalb zum Elchbullen, sind immer bereit, sich hervorzutun und einen
Gang zuzulegen." Und Marcus Allbäck? "Dieser kompakte forsche Elch weiß, wie man
Nachschüsse verwandelt und Ecken ins Tor köpft."
Im Grunde seien alle
Elche gefährlich - nur auf unterschiedliche Art und Weise: Zlatan Imbrahimovic?
"192 cm Elch", konstatiert Expressen, "fast unüberwindlich, wenn er in Form ist,
egal wie groß der Hochsitz ist, auf dem sein Gegner sitzt."
Fazit: Die
Deutschen hätten nur eine Möglichkeit, die Elche aus Schweden am Samstag in die
Flucht zu schlagen: Mit Peitschen oder Steinschleudern. "Aber die Deutschen
sollen erst einmal versuchen, eine Steinschleuder am Schiedsrichtertrio
vorbeizuschmuggeln." Viel Glück dabei wünscht "Expressen".