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Entgegen früheren Annahmen leiden Norwegens Elche doch unter dem
weltweiten Klimawandel. Waren Experten bislang davon ausgegangen,
dass das norwegische Nationaltier und andere im Land lebende
Wildtiere von steigenden Temperaturen profitieren können, zeigen
neueste Forschungsergebnisse ein anderes Bild: Auch Norwegens
schätzungsweise 200.000 Elche reagieren sensibel auf die globale
Erwärmung. So registrieren Forscher der Norwegischen
Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität in Trondheim jetzt
regional äußerst unterschiedliche Auswirkungen. Während ein
zeitiger und warmer Frühlingsauftakt im flacheren Osten Norwegens
zu einem geringeren Elchbestand im Folgejahr führt, sind die
Auswirkungen in Norwegens Bergen genau umgekehrt. Positiv ist die
Umweltveränderung auch für Nordnorwegens Elche, die dank kürzerer
Winter früher im Jahr ein reichhaltigeres Futterangebot finden. Im
Süden des Königreichs hat ein früher Frühling offensichtlich den
gegenteiligen Effekt: Die Forscher der NTNU gehen davon aus, dass
die Pflanzen hier zu früh blühen und dann zur Kalbungszeit für die
Elchkälber bereits schwer verdaubar sind. Dadurch wachsen die
Jungtiere langsamer, bleiben kleiner und sind schlechter auf den
nächsten Winter vorbereitet. Überstehen sie den Winter dennoch, ist
ihre Fortpflanzungsfähigkeit oft eingeschränkt. Die Folge ist ein
weiter sinkender Elchbestand. Noch bis 2013 laufen in Norwegen
Forschungsprogramme in Höhe von umgerechnet zwölf Millionen Euro zu
den Folgen des Klimawandels.