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An diesem Junimorgen traute Rüdiger Juffa, Leiter des
Moritzburger Wildgeheges, seinen Augen nicht. Das Elchpaar war
nicht mehr im Gehege, sondern auf der Wiese jenseits der
Gehegemauer. Die beiden Tiere hatten die Mauer übersprungen, wobei
sich das Muttertier verletzte. Traurige Folge: Dadurch hatte es
nicht mehr genug Milch für das Jungtier, das kurz darauf starb. Es
mit der Flasche zu füttern, misslang.
Was versetzte die Elche derart in Angst und Schrecken? In der Not
könnten Elche 2,50 Meter überspringen. Aber zuvor muss sie etwas
aus der Ruhe bringen. „Ein Mensch kann es nicht gewesen sein“, sagt
Juffa. Würde sich einer dem säugenden Muttertier nähern, würden die
Elche eher in Angriffsstellung gehen. War es also ein Wolf aus der
Lausitz, der sich nach Moritzburg verirrte? Vanessa Ludwig vom
Kontaktbüro der Wolfsregion Lausitz sagt, für eine konkrete Aussage
müssten mehr Details bekannt sein. Im 160 Hektar großen Elchgehege
in Dauban bei Bautzen mit neun Elchen jedenfalls gingen Wölfe ein
und aus. Probleme habe es bisher nicht gegeben.