Rheinische Zeitung
Stockholm Die herbstliche Elchjagd in Schweden ist nicht nur für die Tiere
gefährlich. Wenn 270.000 Jäger bis Anfang November mit ihrer Büchse im Anschlag
durch die Wälder pirschen, bekommen auch Krankenhäuser und Notärzte des Landes
viel zu tun. "Krankheiten und Todesfälle unter Elchjägern steigen während der
Saison enorm an" berichtete die Zeitung "Nya Wermlands-Tidningen". Ausdrücklich
nicht gemeint ist der gewaltige Schub mehr oder minder zweifelhafter
Krankschreibungen, der jedes Jahr pünktlich zum Auftakt der Jagdsaison auf den
Schreibtischen von schwedischen Personalabteilungen landet. "Viele sind dem
physischen und psychischen Streß der Elchjagd überhaupt nicht gewachsen", meint
Herzspezialist Ants Soome vom Krankenhaus in Torsby. Von den mehr als fünf
Prozent der erwachsenen Bevölkerung, die im Herbst eins der Waldtiere mit dem
großen Schaufelgeweih erlegen wollen, hält er einen erheblichen Teil für
ungeeignet: "Sonst rühren sie sich doch nicht. Und jetzt sollen sie plötzlich
einen toten Elch durch ein Moor oder über einen Hang schleifen."