Pressetext:
Der Satirepreis GÖTTINGER ELCH geht in diesem Jahr an den
Komödianten, Musiker und
Schauspieler Olli Dittrich. Die Auszeichnung wird jährlich für ein
satirisches Gesamtwerk vergeben
und ist mit 3.333 Euro, einer silbernen Elchbrosche und 99 Dosen
„Original Göttinger Elch- Rahmsüppchen“ dotiert.
Die feierliche Verleihung findet am 25. September 2010 im
Deutschen
Theater in Göttingen statt.
Der Vorverkauf beginnt am 01. September 2010. Karten sind
ausschließlich an der Kasse des
Deutschen Theaters, Tel. 0551 / 49 69 11, erhältlich
(Öffnungszeiten: Mo-Fr 10.00-13.30 Uhr und
16.30-20.00 Uhr, Sa 11.00-14.00 Uhr).
Olli Dittrich „ist ein Künstler, der der Fernsehkomik neue Wege
erschlossen hat“, und „ein Meister
der lustigen Mimikry, der in wechselnden Rollen die Komik-Kultur in
Deutschland seit 20 Jahren
mitgestaltet, ja prägt“, so die Jury. „Er machte intelligente
Comedy, als das noch kein Widerspruch
war. Er brachte den sorgfältig gebauten, mit liebevoller Ironie und
trockenem Humor gespielten
Sketch wieder ins Fernsehen, als alle Welt auf platte, am Fließband
produzierte Pointen setzte,
und erwies sich damit als würdiger Nachfolger Loriots.“ Dittrich,
heißt es in der Begründung der
Jury weiter, habe es verstanden, „in seinen Figuren, die er in
allen möglichen Milieus und
Schichten ansiedelt, ein komisch treffendes Bild unseres
Gesellschaft zu zeichnen, einer
Gesellschaft, über die man nur lachen kann.“ Insbesondere die seit
2004 laufende
Improvisationsserie „Dittsche“ sei beste aufklärerische
Unterhaltung: „Während Politiker aus ihrer
Verachtung der Unterschicht kein Hehl machen, gibt Olli Dittrich
alias Dittsche den Verlierern, den
Gescheiterten mit den Mitteln der Komik ihre Würde zurück und zeigt
sie als Menschen, die mit
skurrilem Aberwitz inmitten einer verrückt gewordenen Welt ihren
Eigensinn behaupten.“
Der 1956 geborene Oliver „Olli“ Dittrich wurde in den 90er Jahren
durch die Comedy-Serie „RTL
Samstag Nacht“ bekannt. Einen regelmäßigen Höhepunkt der Sendungen
bildete die mit Wigald
Boning gespielte Talkshowparodie „Zwei Stühle – eine Meinung“.
Ebenfalls mit Boning bildete er
1995 die Komik-Popgruppe „Die Doofen“, die mit Hits wie „Mief“
großen Erfolg hatte. Nach dem
Ende von „RTL Samstag Nacht“ bekam Dittrich mit „Olli, Tiere,
Sensationen“ eine eigene Sketch- FACHBEREICH KULTUR
Show im ZDF. 2001 erfand er das Improvisationsformat „Blind Date“,
in dem er zusammen mit
Anke Engelke ohne Drehbuch, aus dem Stegreif agierte. 2004 startete
jene Improvisationsserie,
die im Herbst 2010 in die 14. Staffel gehen wird: „Dittsche“. In
ihr spielt Olli Dittrich einen Mann im
Bademantel, der am Tresen eines Imbisslokals ebenso absurd wie
treffend über Gott und die Welt,
die Politik und den Alltag sinniert.
Vor dem GÖTTINGER ELCH wurde Olli Dittrich für seine
Fernseharbeiten dreimal mit dem Adolf- Grimme-Preis geehrt: 1995
mit Wigald Boning für die Sketchreihe „Zwei Stühle – eine
Meinung“,
2003 mit Anke Engelke für die Improvisationsserie „Blind Date“ und
2005 für „Dittsche – Das
wirklich wahre Leben“. Das mit Boning gebildete Duo „Die Doofen“
wurde Mitte der 90er Jahre
ebenfalls mehrmals ausgezeichnet, 1995 z.B. mit der „Goldenen
Stimmgabel“ des ZDF. Daneben
erhielt Olli Dittrich als Schlagzeuger der Country-Band Texas
Lightning zusammen mit den
anderen Gruppenmitgliedern 2006 die Ehrenbürgerschaft des
US-Bundesstaates Texas und der
Stadt Texas im australischen Bundesstaat Queensland.
Derzeit legt Olli Dittrich letzte Hand an seinen neuen Kinofilm: in
"Die Relativitätstheorie der Liebe"
spielt er zusammen mit Katja Riemann fünf verschiedene
Großstadtpaare, deren "miteinander
verwobene Geschichten vom gemeinsamen Glück und Leid am Ende von
einem geprägt sind: von
der unwiderstehlichen Kraft der Liebe", wie die Produktionsfirma
Ufa Cinema mitteilte. Filmstart ist
am 21.Oktober 2010.
Der Satirepreis GÖTTINGER ELCH wird 2010 zum 13. Mal verliehen. Die
bisherigen Preisträger
waren der Cartoonist Chlodwig Poth (1997), der Zeichner und
Schriftsteller Robert Gernhardt
(1999), der Kabarettist Gerhard Polt (2000), der Kolumnist und
Übersetzer Harry Rowohlt (2001),
die Karikaturistin Marie Marcks (2002), der Zeichner und Dichter F.
W. Bernstein (2003), der
Schweizer Kabarettist Emil Steinberger (2004), der Komiker Otto
Waalkes (2005), der Zeichner
Hans Traxler (2006), der Zeichner und Musiker Ernst Kahl (2007),
die bayerischen Volksmusiker
und Kabarettisten der Biermösl Blosn (2008) sowie der
Musiker, Schriftsteller und Filmemacher Helge Schneider
(2009).
Der GÖTTINGER ELCH will den guten Ruf der komischen Künste festigen
und das Ansehen der in
Wort und Bild tätigen Satiriker im deutschen Sprachraum mehren. Der
Preis hat seine Heimat nicht
zufällig in Göttingen: Die Stadt hat Tradition in Sachen Satire,
die im 18. Jahrhundert mit dem
genialen Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg beginnt und bis
in die jüngste Vergangenheit
von den Wahl-Göttingern Robert Gernhardt und F.W. Bernstein
fortgeführt wurde. Einem
sprichwörtlich gewordenen Zweizeiler Bernsteins ist der Name des
Satirepreises entlehnt: „Die
schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“
Die ELCH-Jury 2010: Antje Kunstmann, München, Verlegerin; Hilmar
Beck, Fachbereich Kultur der
Stadt Göttingen; WP Fahrenberg, Ausstellungsbüro Göttingen; Achim
Frenz, Museum für
Komische Kunst Frankfurt am Main; Peter Köhler, Göttingen,
Journalist; Martin Sonntag,
Caricatura Kassel; Hans Zippert, Oberursel, Publizist; Helge
Schneider, ELCH-Preisträger 2009.
Mehr über den ELCH und seine Preisträger unter:
www.goettinger-elch.de