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Nach den jüngsten Elchsichtungen in der Oberpfalz und in Niederbayern soll
sich der Freistaat besser auf die Zuwanderung der Großwildtiere aus Tschechien
vorbereiten. Mit der Stimmenmehrheit der CSU billigte der Agrarausschuss des
Landtags einen Antrag aus ihren Reihen, in dem ein bayerischer Managementplan
für den Umgang mit Elchen gefordert wird. Geklärt werden soll dabei, welche
Lebensräume für den Elch zur Verfügung stünden, ob es Entschädigungsleistungen
für vom Elch verursachte Schäden geben kann und wie das Jagdrecht auf das
Großtier anwendbar ist.
„Der Elch gilt als jagbares Wild, ist aber
ganzjährig geschützt, jeder Abschuss wäre eine Straftat“, erläuterte Jürgen
Vocke, CSU-Abgeordneter und Präsident des bayerischen Jagdverbandes ist, die
widersprüchliche Rechtslage. Hier sei im Sinne der Jäger mehr Klarheit nötig.
Vocke rechnete nicht damit, dass es in der dicht besiedelten Landschaft Bayerns
künftig ganze Elchrudel geben werde. Der Managementplan müsse sich deshalb auf
den Umgang mit Einzeltieren konzentrieren. Gegenwärtig wird ein Elch auf dem
Truppenübungsplatz Grafenwöhr vermutet. Man müsse sich über die
Schadensregulierung Gedanken machen, da ein Elch mehr fresse als ein Hirsch oder
ein Reh, so Vocke.
Zudem betonte er die Gefahr der Tiere für den
Straßenverkehr. „So ein Tier wiegt eine halbe Tonne – wenn da ein Auto
dagegenfährt, steigt keiner mehr lebend aus“, erklärte Vocke. Nicht zuletzt aus
diesem Grund hat Agrarminister Josef Miller schon im Februar angekündigt, einen
„Elchplan“ für Bayern erstellen zu wollen. „Wir haben wegen der
Verkehrsgefährdung durch Elche große Sorge“, erläuterte eine
Ministeriumssprecherin. So seien die Wildschutzzäune entlang der Autobahnen
nicht auf die großen Tiere ausgerichtet, die Autofahrer nicht auf das besondere
Verhalten der Elche vorbereitet. „Anders als einheimisches Wild läuft der Elch
vor Autos nicht davon, sondern bleibt auf der Straße stehen.“
Allerdings
warnte sie davor, über den Elchplan mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. „Es
steht keine Elchplage vor der Tür, es wird deshalb kein riesiges Programm
geben.“ Man werde zunächst eine Bestandserhebung vornehmen und in Absprache mit
klassischen Elchländern klären, welche Probleme tatsächlich auftreten könnten.
Schließlich sei der Elch für Bayern eine „völlig neue Tierart“.
SPD und
Grüne lehnten den CSU-Vorstoß ab. Mit der Ankündigung eines Elchplanes habe
Miller dem Petitum Vockes längst entsprochen, zudem gebe es den Obersten
Jagdbeirat als zuständiges Gremium und eine neue Steuerungsgruppe zum Umgang mit
zugewanderten Wildtieren. „Herrn Vocke geht es mehr um die Jagd nach
Wählerstimmen, als um die Jagd auf den Elch“, mutmaßte die SPD-Abgeordnete
Kathrin Sonnenholzner.