20.06. - Landtag ist auf den Elch gekommen

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Nach den jüngsten Elchsichtungen in der Oberpfalz und in Niederbayern soll sich der Freistaat besser auf die Zuwanderung der Großwildtiere aus Tschechien vorbereiten. Mit der Stimmenmehrheit der CSU billigte der Agrarausschuss des Landtags einen Antrag aus ihren Reihen, in dem ein bayerischer Managementplan für den Umgang mit Elchen gefordert wird. Geklärt werden soll dabei, welche Lebensräume für den Elch zur Verfügung stünden, ob es Entschädigungsleistungen für vom Elch verursachte Schäden geben kann und wie das Jagdrecht auf das Großtier anwendbar ist.

„Der Elch gilt als jagbares Wild, ist aber ganzjährig geschützt, jeder Abschuss wäre eine Straftat“, erläuterte Jürgen Vocke, CSU-Abgeordneter und Präsident des bayerischen Jagdverbandes ist, die widersprüchliche Rechtslage. Hier sei im Sinne der Jäger mehr Klarheit nötig. Vocke rechnete nicht damit, dass es in der dicht besiedelten Landschaft Bayerns künftig ganze Elchrudel geben werde. Der Managementplan müsse sich deshalb auf den Umgang mit Einzeltieren konzentrieren. Gegenwärtig wird ein Elch auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr vermutet. Man müsse sich über die Schadensregulierung Gedanken machen, da ein Elch mehr fresse als ein Hirsch oder ein Reh, so Vocke.

Zudem betonte er die Gefahr der Tiere für den Straßenverkehr. „So ein Tier wiegt eine halbe Tonne – wenn da ein Auto dagegenfährt, steigt keiner mehr lebend aus“, erklärte Vocke. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat Agrarminister Josef Miller schon im Februar angekündigt, einen „Elchplan“ für Bayern erstellen zu wollen. „Wir haben wegen der Verkehrsgefährdung durch Elche große Sorge“, erläuterte eine Ministeriumssprecherin. So seien die Wildschutzzäune entlang der Autobahnen nicht auf die großen Tiere ausgerichtet, die Autofahrer nicht auf das besondere Verhalten der Elche vorbereitet. „Anders als einheimisches Wild läuft der Elch vor Autos nicht davon, sondern bleibt auf der Straße stehen.“

Allerdings warnte sie davor, über den Elchplan mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. „Es steht keine Elchplage vor der Tür, es wird deshalb kein riesiges Programm geben.“ Man werde zunächst eine Bestandserhebung vornehmen und in Absprache mit klassischen Elchländern klären, welche Probleme tatsächlich auftreten könnten. Schließlich sei der Elch für Bayern eine „völlig neue Tierart“.

SPD und Grüne lehnten den CSU-Vorstoß ab. Mit der Ankündigung eines Elchplanes habe Miller dem Petitum Vockes längst entsprochen, zudem gebe es den Obersten Jagdbeirat als zuständiges Gremium und eine neue Steuerungsgruppe zum Umgang mit zugewanderten Wildtieren. „Herrn Vocke geht es mehr um die Jagd nach Wählerstimmen, als um die Jagd auf den Elch“, mutmaßte die SPD-Abgeordnete Kathrin Sonnenholzner.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 17.12.2008