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Im Isle-Royal-Nationalpark an der Grenze von USA und Kanada
leiden die Elche an Arthrose. Das ist schlecht für sie, werden sie
so eher von Wölfen gerissen. Medizinisch interessant: Ursache der
Arthrose scheint Mangelernährung zu sein.
Vor etwa 100 Jahren sind Elche durch den Oberen See (Lake Superior)
auf die Isle Royal geschwommen, die größte Insel in dem See.
Seitdem sind sie dort heimisch. Die Insel ist knapp 72 Kilometer
lang und etwa 13 Kilometer breit und wurde 1940 zum Nationalpark
erklärt. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass ein Teil der
Elche an Arthrose leidet, berichtet die New York Times online. Die
Gelenkerkrankung sei dabei ähnlich jener von Menschen, weshalb sich
die Forscher Rückschlüsse für mögliche Präventionen erhoffen.
Und diese Hoffnung trügt nicht, denn die Forscher von der Boston
University School of Medicine und der Technischen Uni von Michigan
fanden, dass Mangel- oder Unterernährung eine Ursache der
Elcharthrose ist. Von der Jagdstrategie der Wölfe, über Exkremente
der Elche, Knochen von mehr als 4000 Elchen und weitere 1200
Kadaver wurden unter die Lupe genommen.
Heraus kam, dass die Elche mit arthrotischen Gelenken meist kleiner
waren als gesunde. Das haben die Messungen der Mittelfußknochen der
Tiere ergeben. Ein kurzer Mittelfußknochen sei ein Hinweis auf
schlechte Ernährung in der frühen Entwicklung, sagt Dr. Rolf
Petersen in der NYT. Die Forscher konnten auch die Geburtszeiträume
der Arthrose-Elche bestimmen. Geboren wurden sie zu Zeiten, als das
Nahrungsangebot knapp war. Die Mütter haben somit nicht ausreichend
Milch produzieren können.
Solche Beziehungen wurden auch in menschlichen Gesellschaften
gefunden. So zeigten Untersuchungen von Knochen amerikanischer
Ureinwohner aus dem heutigen Florida und Georgia aus dem 16.
Jahrhundert ebenfalls arthrotische Veränderungen. Als Ursache sehen
die Forscher die Ernährungsumstellung von Fisch und Wildpflanzen
auf Getreide im Zuge der Besiedelung durch weiße Zuwanderer. Das
habe zu einem Mangel an essenziellen Aminosäuren und zu Eisenmangel
geführt.
In Großbritannien wurden bei Männern, die während des zweiten
Weltkriegs geboren wurden, ebenfalls Arthrosen in den Händen
gefunden. Die Männer hatten meist ein niedriges Geburtsgewicht, was
auf pränatale Mangelernährung hinweise, so die Forscher in der NYT.
Ähnliche Befunde haben auch Untersuchungen von Chinesen ergeben,
die während der großen Hungersnot in den 50er-Jahren geboren
wurden.
Doch nicht nur Mangelernährung kann ein Problem für Gelenke sein,
auch Überernährung ist problematisch. Werden etwa Pferde während
der Tragzeit oder nach der Geburt überfüttert, zeigen sie ebenfalls
Veränderungen ihrer Gelenke, so die Forscher weiter.
Solche Forschungen wie auf der Isle Royal seien wichtig, um hinter
die Ursachen einer Arthrose zu kommen und daraus auch genaue
Ernährungsempfehlungen abzuleiten. Es gehe darum, welche Vitamine
schwangere Frauen nehmen sollten und welche Nahrungsmittel
vorteilhaft sind, im Sinne einer Arthroseprävention ihres
Nachwuchses.