18.08. - Hat der Elch Arthrose, frisst ihn der Wolf

gesehen auf www.aerztezeitung.de

Im Isle-Royal-Nationalpark an der Grenze von USA und Kanada leiden die Elche an Arthrose. Das ist schlecht für sie, werden sie so eher von Wölfen gerissen. Medizinisch interessant: Ursache der Arthrose scheint Mangelernährung zu sein.
Vor etwa 100 Jahren sind Elche durch den Oberen See (Lake Superior) auf die Isle Royal geschwommen, die größte Insel in dem See. Seitdem sind sie dort heimisch. Die Insel ist knapp 72 Kilometer lang und etwa 13 Kilometer breit und wurde 1940 zum Nationalpark erklärt. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass ein Teil der Elche an Arthrose leidet, berichtet die New York Times online. Die Gelenkerkrankung sei dabei ähnlich jener von Menschen, weshalb sich die Forscher Rückschlüsse für mögliche Präventionen erhoffen.

Und diese Hoffnung trügt nicht, denn die Forscher von der Boston University School of Medicine und der Technischen Uni von Michigan fanden, dass Mangel- oder Unterernährung eine Ursache der Elcharthrose ist. Von der Jagdstrategie der Wölfe, über Exkremente der Elche, Knochen von mehr als 4000 Elchen und weitere 1200 Kadaver wurden unter die Lupe genommen.

Heraus kam, dass die Elche mit arthrotischen Gelenken meist kleiner waren als gesunde. Das haben die Messungen der Mittelfußknochen der Tiere ergeben. Ein kurzer Mittelfußknochen sei ein Hinweis auf schlechte Ernährung in der frühen Entwicklung, sagt Dr. Rolf Petersen in der NYT. Die Forscher konnten auch die Geburtszeiträume der Arthrose-Elche bestimmen. Geboren wurden sie zu Zeiten, als das Nahrungsangebot knapp war. Die Mütter haben somit nicht ausreichend Milch produzieren können.

Solche Beziehungen wurden auch in menschlichen Gesellschaften gefunden. So zeigten Untersuchungen von Knochen amerikanischer Ureinwohner aus dem heutigen Florida und Georgia aus dem 16. Jahrhundert ebenfalls arthrotische Veränderungen. Als Ursache sehen die Forscher die Ernährungsumstellung von Fisch und Wildpflanzen auf Getreide im Zuge der Besiedelung durch weiße Zuwanderer. Das habe zu einem Mangel an essenziellen Aminosäuren und zu Eisenmangel geführt.

In Großbritannien wurden bei Männern, die während des zweiten Weltkriegs geboren wurden, ebenfalls Arthrosen in den Händen gefunden. Die Männer hatten meist ein niedriges Geburtsgewicht, was auf pränatale Mangelernährung hinweise, so die Forscher in der NYT. Ähnliche Befunde haben auch Untersuchungen von Chinesen ergeben, die während der großen Hungersnot in den 50er-Jahren geboren wurden.

Doch nicht nur Mangelernährung kann ein Problem für Gelenke sein, auch Überernährung ist problematisch. Werden etwa Pferde während der Tragzeit oder nach der Geburt überfüttert, zeigen sie ebenfalls Veränderungen ihrer Gelenke, so die Forscher weiter.

Solche Forschungen wie auf der Isle Royal seien wichtig, um hinter die Ursachen einer Arthrose zu kommen und daraus auch genaue Ernährungsempfehlungen abzuleiten. Es gehe darum, welche Vitamine schwangere Frauen nehmen sollten und welche Nahrungsmittel vorteilhaft sind, im Sinne einer Arthroseprävention ihres Nachwuchses.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 22.08.2010