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Die neun Elche auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in der
Lausitz fressen zu wenig. Deshalb sollen die großen braunen jetzt
kleinen weißen Tieren weichen.
Das große ehemalige Militärgelände im oastsächsischen Dauban ist
ein Paradies für seltene Gräser und Kräuter. Damit die auch genug
Platz zum Wachsen haben, muss die riesige Fläche möglichst baumfrei
gehalten werden. Das Pilotprojekt "Elche statt Panzer" setzte für
diese Aufgabe zum ersten Mal in der Region neun vierbeinige
Landschaftspfleger mit angeblich großem Appetit ein. Die Elche
sollten vor allem den Kieferbestand auf dem 160 Hektar großen
Panzerschießplatz kontrollieren. Nur: Sie haben zu wenig Appetit.
Das Projekt scheint gescheitert. Deshalb droht den felligen
Schweden jetzt die Abschiebung. Auch von Abschuss soll schon die
Rede gewesen sein.
40 Kilo Baum pro Tag
Normalerweise haben Elche einen gesunden Appetit. Ein
ausgewachsenes Tier benötigt im Winter etwa 10 Kilogramm
Frischfutter, im Sommer verputzen die Tiere sogar bis zu 40
Kilogramm am Tag. Diesen Hunger auf Baum wollte sich das Land
Sachsen zu Nutze machen. Aber die stattlichen Tiere fressen das
Gelände einfach nicht frei.
Elchen droht die Abschiebung
Die Initiatoren des Projektes, der Forschungsverbund "Elche in der
Lausitz", begründen den bisher geringen Erfolg mit einer zu
geringen Elchdichte. Man brauche einfach mehr Tiere für das große
Gebiet. Aber dafür fehlt das Geld.
Jetzt will die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) den ehemalige
Truppenübungsplatz kaufen und die Elche unter Umständen abschieben.
Die Stiftung will die Landschaftspflege jetzt von Pferden oder
Schafen übernehmen lassen. Für "Elche statt Panzer" würde dies das
Aus bedeuten.
Das Baum-Problem
Auf Grund der veränderten sicherheitspolitischen Situation in
Mittel- und Osteuropa wurden in Deutschland seit den 90er-Jahren
viele Truppenübungsplätze still gelegt. Auf den großen
zusammenhängenden Flächen haben sich seither verschiedene seltene
Pflanzen und Tierarten angesiedelt. Damit diese großen Flächen
nicht nach und nach verwalden, werden in Sachsen seitdem unter
anderem Schafe als Weidetiere eingesetzt. Diese fressen im
Gegensatz zu Elchen allerdings nur die Triebe und nicht die Stämme
bereits gewachsener Bäume.
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