17.09. - Elch-Baby, Füchslein und Soay-Schafe

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Zehn Prozent Zuwachs bei den Besucherzahlen gegenüber den Vorjahren meldete die Leiterin der Einrichtung, Karola Wendschuh, bei der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses. So konnte die Marke von 100 000 Gästen pro Jahr bereits überschritten werden.

Verantwortlich für diesen Erfolg macht Kreis-Kämmerer Gerhard Kellermann die zahlreichen Modernisierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren. Seit 1992 als der 42 Hektar große, von Gudila Freifrau von Pölnitz 1971 gegründete Wildpark als Schenkung in den Besitz des Landkreises überging, wird die Anlage Zug um Zug ausgebaut und modernisiert. Damals gab es nicht einmal eine Möglichkeit, wo sie die Bediensteten die Hände waschen konnten, erinnert Kellermann.
Seither wurde ein Betriebsgebäude gebaut, ein neues Kassenhäuschen errichtet und eine Gaststätte mit Terrasse hingestellt. Die erosionsgefährdeten Steilhänge wurden befestigt und die Wege behindertengerecht ausgebaut und asphaltiert.

Ebenso wurde mit der Umgestaltung der Gehege begonnen. So entstanden neue Gehege für die Waschbären, Waldkäuze oder die Polarfüchse und ein Streichelzoo. Wildschweine, Wollschweine und Albrecht-Dürer-Schweine erhielten ebenso ein neues Gehege, wie das Damwild oder die fünf Gämsen, die aus Schweden importiert wurden.

Als eine besondere Herausforderung habe sich die Neuanlage des Steinbock-Geheges erwiesen, informiert Gerhard Kellermann. Nach der Umgestaltung mit Besucherplattform und neuem Futterplatz bewertete der Deutsche Wildgehege-Verband diese Anlage als „Mustergehege für Steinböcke“.

Dies komme dem neuen Motto entgegen das da lautet: „Tiere erleben, Fränkische Schweiz erleben, Landschaft erleben“. Nach dieser Devise wurde der mittlere Rundweg verlegt und die markanten Felspartien entlang dieser Route frei gelegt. Hier entsteht derzeit eine neue Uhu-Anlage. Ebenfalls als mustergültig eingestuft wird auf Grund der mustergültigen Fütterung und der optimalen Sicherheitseinrichtung das Großwildgehege für Elche, wo es im Mai Nachwuchs gab.

Besonders stolz ist Karola Wendschuh auf die Soay-Schafe, eine Rasse die auf der St. Kilda-Inselgruppe, ungefähr 50 Meilen vor der Küste Schottlands beheimatet sind. Diese ursprüngliche Rasse ist eine der Attraktionen des Wildparkes.

Überzeugen konnten sich die Mitglieder des Kreistages, vom Fortschritt der Arbeiten am Wisentgehege, das nach modernsten Erkenntnissen umgestaltet wird. Im Zuge dieser Maßnahme wurde eine Aussichts-Plattform, geschaffen von der aus die Besucher die Tiere beobachten können. Der Bach wird so umgeleitet, dass er eine natürliche Begrenzung zu den Besuchern bildet und auf die störende Einzäunung verzichtet werden kann. Notwendig wurde die Maßnahme, weil vor allem die sicherheitsrechtlichen Bestimmungen nicht mehr gegeben waren. Immerhin könne ein Wisent aus dem Stand zwei Meter hoch springen und die derzeitigen Begrenzungen mühelos überwinden.

Besonderes Augenmerk wurde bei der bisherigen Umgestaltung auf die artgerechte Unterbringung und die Präsentation der Tiere gerichtet fasste Gerhard Kellermann zusammen. Der Landkreis werde dabei vom Zoologen Dr. Udo Ganßloser unterstützt. Zusammen mit ihm wurde das Konzept über die künftige Präsentation von Tierarten im Wildpark entwickelt und vom Kreisausschuss gebilligt.

Da zurzeit die Beobachtung des Rot- und Muffelwildes schwierig ist, weil sich die Tiere am liebsten in den schwer einsehbaren Hangbereichen aufhalten, ist eine Verlagerung dieser Tiere auf kleinere Flächen vorgesehen. Durch kleiner Gehege können die Besucher die Tiere besser beobachten. Gleichzeitig werde den Sicherheitsanforderungen Rechnung getragen und der Waldboden erhalte in Teilbereichen eine Chance sich zu verjüngen. Die momentan durch Gehegewild „übernutzten“ Restwaldflächen sollen in einen naturnahen Wald übergeführt werden.

Auf der Wunschliste stehen ferner ein Wanderpfad durch den so genannten „Felsengarten“, eine Waschbären-Anlage und neue Gehege für Luchse und Wölfe. Wie die bisherigen Veränderungen werden auch die künftigen Umbaumaßnahmen in erster Linie mit dem eigenen Personal durchgeführt. Hier haben acht Personen einen Arbeitsplatz gefunden. Die Arbeiten werden überwiegend mit Besuchergeldern finanziert.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 17.12.2008