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Zehn Prozent Zuwachs bei den Besucherzahlen gegenüber den Vorjahren meldete
die Leiterin der Einrichtung, Karola Wendschuh, bei der jüngsten Sitzung des
Kreisausschusses. So konnte die Marke von 100 000 Gästen pro Jahr bereits
überschritten werden.
Verantwortlich für diesen Erfolg macht
Kreis-Kämmerer Gerhard Kellermann die zahlreichen Modernisierungsmaßnahmen in
den vergangenen Jahren. Seit 1992 als der 42 Hektar große, von Gudila Freifrau
von Pölnitz 1971 gegründete Wildpark als Schenkung in den Besitz des Landkreises
überging, wird die Anlage Zug um Zug ausgebaut und modernisiert. Damals gab es
nicht einmal eine Möglichkeit, wo sie die Bediensteten die Hände waschen
konnten, erinnert Kellermann.
Seither wurde ein Betriebsgebäude gebaut, ein
neues Kassenhäuschen errichtet und eine Gaststätte mit Terrasse hingestellt. Die
erosionsgefährdeten Steilhänge wurden befestigt und die Wege behindertengerecht
ausgebaut und asphaltiert.
Ebenso wurde mit der Umgestaltung der Gehege
begonnen. So entstanden neue Gehege für die Waschbären, Waldkäuze oder die
Polarfüchse und ein Streichelzoo. Wildschweine, Wollschweine und
Albrecht-Dürer-Schweine erhielten ebenso ein neues Gehege, wie das Damwild oder
die fünf Gämsen, die aus Schweden importiert wurden.
Als eine besondere
Herausforderung habe sich die Neuanlage des Steinbock-Geheges erwiesen,
informiert Gerhard Kellermann. Nach der Umgestaltung mit Besucherplattform und
neuem Futterplatz bewertete der Deutsche Wildgehege-Verband diese Anlage als
„Mustergehege für Steinböcke“.
Dies komme dem neuen Motto entgegen das
da lautet: „Tiere erleben, Fränkische Schweiz erleben, Landschaft erleben“. Nach
dieser Devise wurde der mittlere Rundweg verlegt und die markanten Felspartien
entlang dieser Route frei gelegt. Hier entsteht derzeit eine neue Uhu-Anlage.
Ebenfalls als mustergültig eingestuft wird auf Grund der mustergültigen
Fütterung und der optimalen Sicherheitseinrichtung das Großwildgehege für Elche,
wo es im Mai Nachwuchs gab.
Besonders stolz ist Karola Wendschuh auf die
Soay-Schafe, eine Rasse die auf der St. Kilda-Inselgruppe, ungefähr 50 Meilen
vor der Küste Schottlands beheimatet sind. Diese ursprüngliche Rasse ist eine
der Attraktionen des Wildparkes.
Überzeugen konnten sich die Mitglieder
des Kreistages, vom Fortschritt der Arbeiten am Wisentgehege, das nach
modernsten Erkenntnissen umgestaltet wird. Im Zuge dieser Maßnahme wurde eine
Aussichts-Plattform, geschaffen von der aus die Besucher die Tiere beobachten
können. Der Bach wird so umgeleitet, dass er eine natürliche Begrenzung zu den
Besuchern bildet und auf die störende Einzäunung verzichtet werden kann.
Notwendig wurde die Maßnahme, weil vor allem die sicherheitsrechtlichen
Bestimmungen nicht mehr gegeben waren. Immerhin könne ein Wisent aus dem Stand
zwei Meter hoch springen und die derzeitigen Begrenzungen mühelos überwinden.
Besonderes Augenmerk wurde bei der bisherigen Umgestaltung auf die
artgerechte Unterbringung und die Präsentation der Tiere gerichtet fasste
Gerhard Kellermann zusammen. Der Landkreis werde dabei vom Zoologen Dr. Udo
Ganßloser unterstützt. Zusammen mit ihm wurde das Konzept über die künftige
Präsentation von Tierarten im Wildpark entwickelt und vom Kreisausschuss
gebilligt.
Da zurzeit die Beobachtung des Rot- und Muffelwildes
schwierig ist, weil sich die Tiere am liebsten in den schwer einsehbaren
Hangbereichen aufhalten, ist eine Verlagerung dieser Tiere auf kleinere Flächen
vorgesehen. Durch kleiner Gehege können die Besucher die Tiere besser
beobachten. Gleichzeitig werde den Sicherheitsanforderungen Rechnung getragen
und der Waldboden erhalte in Teilbereichen eine Chance sich zu verjüngen. Die
momentan durch Gehegewild „übernutzten“ Restwaldflächen sollen in einen
naturnahen Wald übergeführt werden.
Auf der Wunschliste stehen ferner
ein Wanderpfad durch den so genannten „Felsengarten“, eine Waschbären-Anlage und
neue Gehege für Luchse und Wölfe. Wie die bisherigen Veränderungen werden auch
die künftigen Umbaumaßnahmen in erster Linie mit dem eigenen Personal
durchgeführt. Hier haben acht Personen einen Arbeitsplatz gefunden. Die Arbeiten
werden überwiegend mit Besuchergeldern finanziert.