17.08. - Wissenschaftler warnt vor Gefahren bei Elch-Foto-Pirsch

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Das sächsische Umweltministerium hat die Forstwirtschaftliche Fakultät der TU Dresden mit einem so genannten Elch-Monitoring beauftragt. Wissenschaftler sollen die Wanderung des Elches beobachten und festhalten. Aus diesem Grund eilte Wildbiologe Mark Nitze am Sonntag mit einem Narkosegewehr nach Chemnitz, bekam den tierischen Gast aber nicht mehr zu sehen. Mit ihm sprach am Montag Gabi Thieme.

Freie Presse: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um denselben Elch handelt, der im November 2008 vermutlich aus Polen ins Osterzgebirge eingewandert ist?

Mark Nitze: Es gibt schon große Übereinstimmungen. Wir wissen, dass sich in Chemnitz ein junger Elchbulle aufhält. Vom Wachstum und dem Geweih her, das ihm ja jeden Sommer neu wächst, könnte alles stimmen. Auch die Entfernungen, die er bisher zurückgelegt hat, passen durchaus ins Bild.

Freie Presse: Aber warum soll es ein Tier, das eher große gewässerreiche Waldlandschaften bevorzugt, jetzt ausgerechnet nach Chemnitz verschlagen?

Nitze: Sein Verhalten ist typisch für Rotwild. Das erkundet im ersten und zweiten Jahr seinen Lebensraum. Gehen wir mal davon aus, dass dieses Tier der Elch von Altenberg ist. Dann ist er vom Osterzgebirge ins Mittlere Erzgebirge gewandert, wo er bei Zschopau Ende Juni gesehen wurde. Dann wanderte er Richtung Norden, wo vergangene Woche ein Hinweis vom Chemnitzer Adelsberg kam. Weil ihm nun Chemnitz im Weg war, schlug er einen Bogen südlich um die Stadt herum, wurde erst im Stadtteil Markersdorf und nunmehr im angrenzenden Klaffenbach gesehen.

Freie Presse: Sind Sie ganz sicher, dass es ein Elch und nicht ein Hirsch ist?

Nitze: Ja. Die Kot- und die Trittspuren sind eindeutig. Und die Fotos der Polizei auch.

Freie Presse: Wie sollen sich Leute verhalten, die auf Pirsch gehen oder den Elch zufällig sehen?

Nitze: Das Tier bloß nicht bedrängen! Das erhöht seinen Stress und die Gefahr, dass es immer wieder flüchtet. Elche wissen um ihre Stärke und wie sie sich Respekt verschaffen können. Es gab Fälle, wo ein Elch mit einem Tritt den Schädel eines Wolfs zertrümmert hat. So ein Risiko sollte man für ein Foto keinesfalls eingehen.

Freie Presse: Das Tier soll in Klaffenbach einen 1,50 Meter hohen Werkszaun übersprungen haben.

Nitze: Ja, es hat sich in der Nacht zum Samstag dort Zugang verschafft und ist erneut gesprungen, als es am Sonntag das Weite suchte. So eine Höhe nimmt ein Elch fast aus dem Stand.

Für Hinweise: elch@forst.tu-dresden.de

 





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 18.08.2009