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Das sächsische Umweltministerium hat die Forstwirtschaftliche
Fakultät der TU Dresden mit einem so genannten Elch-Monitoring
beauftragt. Wissenschaftler sollen die Wanderung des Elches
beobachten und festhalten. Aus diesem Grund eilte Wildbiologe Mark
Nitze am Sonntag mit einem Narkosegewehr nach Chemnitz, bekam den
tierischen Gast aber nicht mehr zu sehen. Mit ihm sprach am Montag
Gabi Thieme.
Freie Presse: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um
denselben Elch handelt, der im November 2008 vermutlich aus Polen
ins Osterzgebirge eingewandert ist?
Mark Nitze: Es gibt schon große Übereinstimmungen. Wir wissen, dass
sich in Chemnitz ein junger Elchbulle aufhält. Vom Wachstum und dem
Geweih her, das ihm ja jeden Sommer neu wächst, könnte alles
stimmen. Auch die Entfernungen, die er bisher zurückgelegt hat,
passen durchaus ins Bild.
Freie Presse: Aber warum soll es ein Tier, das eher große
gewässerreiche Waldlandschaften bevorzugt, jetzt ausgerechnet nach
Chemnitz verschlagen?
Nitze: Sein Verhalten ist typisch für Rotwild. Das erkundet im
ersten und zweiten Jahr seinen Lebensraum. Gehen wir mal davon aus,
dass dieses Tier der Elch von Altenberg ist. Dann ist er vom
Osterzgebirge ins Mittlere Erzgebirge gewandert, wo er bei Zschopau
Ende Juni gesehen wurde. Dann wanderte er Richtung Norden, wo
vergangene Woche ein Hinweis vom Chemnitzer Adelsberg kam. Weil ihm
nun Chemnitz im Weg war, schlug er einen Bogen südlich um die Stadt
herum, wurde erst im Stadtteil Markersdorf und nunmehr im
angrenzenden Klaffenbach gesehen.
Freie Presse: Sind Sie ganz sicher, dass es ein Elch und nicht ein
Hirsch ist?
Nitze: Ja. Die Kot- und die Trittspuren sind eindeutig. Und die
Fotos der Polizei auch.
Freie Presse: Wie sollen sich Leute verhalten, die auf Pirsch gehen
oder den Elch zufällig sehen?
Nitze: Das Tier bloß nicht bedrängen! Das erhöht seinen Stress und
die Gefahr, dass es immer wieder flüchtet. Elche wissen um ihre
Stärke und wie sie sich Respekt verschaffen können. Es gab Fälle,
wo ein Elch mit einem Tritt den Schädel eines Wolfs zertrümmert
hat. So ein Risiko sollte man für ein Foto keinesfalls
eingehen.
Freie Presse: Das Tier soll in Klaffenbach einen 1,50 Meter hohen
Werkszaun übersprungen haben.
Nitze: Ja, es hat sich in der Nacht zum Samstag dort Zugang
verschafft und ist erneut gesprungen, als es am Sonntag das Weite
suchte. So eine Höhe nimmt ein Elch fast aus dem Stand.
Für Hinweise: elch@forst.tu-dresden.de