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Unter hohem Jagddruck durch Wölfe bekommen Elchkühe weniger Nachwuchs. Dies
berichten Wissenschaftler im Fachblatt "Science" (Bd. 315). Wölfe seien für die
Elche nicht nur direkt als Fressfeinde eine Gefahr, sondern veränderten indirekt
die Entwicklung der Population.
In den Jahren 1995 und 1996 wurden im
Greater Yellowstone-Nationalpark in den USA Wölfe angesiedelt, die sich
vermehrten. Die dort lebenden Elch-Populationen hingegen schrumpften, berichten
die Wissenschaftler um Scott Creel von der Montana-State-Universität (Montana).
Verhaltensweisen, wie Strategien zur Nahrungssuche oder die Wachsamkeit der
Tiere, veränderten sich mit der Anwesenheit der Wölfe.
Insgesamt
reagierten die Elchkühe stärker auf die neue Situation als die Elchbullen, sie
wurden auch seltener von den Wölfen gefressen als männliche Tiere. Um zu
untersuchen, wie sich die Population veränderte, wurden fünf Jahre Kotproben
gesammelt. In ihnen wurde der Gehalt des weiblichen Geschlechtshormons
Progesteron gemessen und ein Schwangerschaftstest durchgeführt. Die Auswertung
zeigte, dass der Progesteron-Gehalt sank, je mehr Wölfe anwesend waren. Außerdem
wurden weniger Elchkühe schwanger und weniger Kälber geboren. Wahrscheinlich
verursache die Anwesenheit der Wölfe den Rückgang der Geburtenrate.
Nachforschungen ergaben, dass die Kälber nicht von den Wölfen gefressen
wurden.