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Acht der Tiere leben zum Teil seit Jahren östlich von Berlin - Behörden
schwiegen, um sie vor Nachstellungen zu schützen
Es sind große, bullige
Tiere, bis zu 450 Kilo schwer. Sie traben gemächlich durch den Wald, scheinen
vor niemandem Angst zu haben. Eigentlich sind sie in Skandinavien, der
russischen Tundra oder in Polen heimisch. Doch am Montag wurde ein stolzer Elch
bei Friedland, südlich von Beeskow, gesichtet. Mit diesem Neuzugang leben nun
insgesamt acht Elche im Oder-Spree-Kreis zwischen Berlin und der polnischen
Grenze.
Tier des Jahres
Offenbar hat sich Brandenburg als
Elchland etabliert - wenn auch im kleinen Stil. "Wir hatten in der Region bisher
vier Elchbullen und zwei Kühe, eine hat ein Kalb", sagt Matthias Fochtmann von
der Jagdbehörde Beeskow. "Einige Tiere sind bereits seit drei Jahren
hier."
Das ist eine kleine Sensation und passt gut dazu, dass der Elch
zum Tier des Jahres 2007 erklärt wurde, weil er immer öfter nach Deutschland
einwandert. Bisher wurden pro Jahr bis zu fünf Elche in Brandenburg gesehen,
aber die blieben nicht lange. "In der Grenzregion gibt es jedes Jahr aus Polen
einwandernde Elche", sagt Bernd Möller, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes.
"Doch ihr Aufenthalt bei uns endete meist tragisch, weil sie von Autos
angefahren wurden." Die Tiere aus dem dünner besiedelten Polen kämen hier mit
dem Verkehr nicht klar. Jahrelang hielt die Jagdbehörde es geheim, dass so viele
Elche in Brandenburg sesshaft sind. "Wir wollten nicht, dass ihnen
Hobbyfotografen nachstellen", so Fochtmann. Doch als nun der Elch bei Friedland
gesichtet wurde, habe ein Naturschützer behauptet, das Tier sei durch Jäger
gefährdet. "Das stimmt nicht", sagt Fochtmann. "Wir haben die aktuellen Zahlen
herausgegeben, um zu zeigen, dass wir seit Jahren unsere Hände schützend über
die Elche halten." Auch der Jagdverband ist erbost. "Der Elch unterliegt einer
ganzjährigen Schonzeit", sagt Möller. "Ihn zu schießen ist eine Straftat. Das
macht kein Jäger."
Elche - mit bis zu 2,30 Meter Schulterhöhe die
weltweit größten Hirsche - waren auf deutschen Gebiet im Mittelalter weit
verbreitet. Seit Jahrzehnten gelten sie hier als ausgerottet. Zu DDR-Zeiten
kamen insgesamt etwa 100 Elche aus dem benachbarten Polen. Dort lebten Anfang
der 90er-Jahre etwa 4 000 Elche. Da sie zunächst nicht gejagt werden durften,
wuchs die Population schnell auf 7 000 - seitdem werden wieder Elche
geschossen.
"Es gibt Spekulationen, dass die Elche auch wegen des so
genannten Jagddrucks in Polen zu uns kommen", sagt Matthias Freude,Präsident des
Landesumweltamtes. Ein Tier wanderte sogar bis zum Rhein. "Ob sich der Elch bei
uns dauerhaft ansiedelt, hängt auch davon ab, ob wir ihn hier
akzeptieren."