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In das Singen der Vögel und das Quaken der Frösche mischt sich
seit Anfang dieser Woche im Daubaner Wald ein weiteres Geräusch:
Das Sirren von Motorsensen. Mitarbeiter der Firma Tino Koban aus
Milkel sind damit beschäftigt, die Trasse für den Zaun rund um das
künftige Elch- und Pferdegehege vom Bewuchs zu befreien.
„Dies ist der Beginn für die Neugestaltung des Areals“, freut sich
Diplom-Biologe Jan Gahsche, der sich gemeinsam mit seinem Kollegen
Michael Striese um die vierbeinigen Bewohner kümmert.
Kurze Rückblende: Im Februar hatte die Meldung für Aufsehen
gesorgt, dass das Elchprojekt im Daubaner Wald möglicherweise vor
dem Aus steht. Die nordischen Huftiere waren dereinst angesiedelt
worden, um den Bewuchs niedrig zu halten. Die Nutzungsvereinbarung
mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben war jedoch
ausgelaufen, und das Bundesforstamt Lausitz zeigte sich skeptisch
hinsichtlich der Verlängerung. Zu den Gründen zählte
Forstamtsleiter Franz von Plettenberg den maroden Zustand der
Umzäunung sowie den Umstand, dass „auf einer zu kleinen Fläche zu
viele Tiere leben“. Auch hatte sich die Deutsche Bundesstiftung
Umwelt, die den Daubaner Wald als „Nationales Naturerbe“ übernimmt,
noch nicht definitiv zur Fortführung des Projektes bekannt, da der
landschaftspflegerische Erfolg zweifelhaft schien.
Mittlerweile ist es gelungen, die damals benannten Probleme
auszuräumen. „Die Anzahl der Elche wird von derzeit neun auf vier
reduziert, die wir in einem verkleinerten Gehege in der Nähe der
Gewässerläufe konzentrieren“, erklärt Jan Gahsche. „Wir wollen die
Einzäunung so gestalten, dass die Besucher die Elche beobachten
können", so der Biologe. Diesem Zweck soll auch ein kleiner
Aussichtspunkt in der Nähe des Elchgeheges dienen. Außen herum
ersetzt auf 5,4 Kilometern Länge ein Elektro-Pferdezaun den
bisherigen Elchzaun. Der eigentliche Zaunbau soll Mitte August
beginnen.
Zur Finanzierung trägt der Gewinn des 2. Preises innerhalb der
Aktion „Zeichen kleben“ des Klebebandherstellers Tesa bei, der mit
einer Zuwendung in Höhe von 5000 Euro verbunden ist. 1771
Teilnehmer gaben ihre Stimme für das Projekt „Elche statt Panzer",
dessen Name sich auf die frühere Nutzung des Areals als
Panzerschießplatz bezieht. Auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt
und der Bundesforst stehen der Fortführung des Elchprojektes im
Daubaner Wald mittlerweile positiv gegenüber. „Die Elche tragen
dazu bei, dem Naturschutzgedanken öffentliche Aufmerksamkeit zu
verschaffen“, betont Jan Gahsche. Das Besucherinteresse an den
vierbeinigen Landschaftspflegern – den Elchen ebenso wie den beiden
Konikpferd-Herden – sei ungebrochen groß.
Nach der Neugestaltung des Areals werden die Chancen, die Elche in
Lebensgröße beobachten zu können, ungleich größer sein als bisher.
Ein Lehrpfad rings um das 155 Hektar große Gehege soll den
Besuchern Hintergrundwissen vermitteln. Für die ursprünglich den
Elchen zugedachte Aufgabe – das Bewahren der Offenlandschaft – sind
in Zukunft in erster Linie die polnischen Konik-Wildpferde
zuständig, die das Gelände seit 2009 besiedeln und deren Zahl sich
bei 20 und 25 einpendeln soll.