14.07. - Schneise für künftigen Elchzaun geschlagen

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In das Singen der Vögel und das Quaken der Frösche mischt sich seit Anfang dieser Woche im Daubaner Wald ein weiteres Geräusch: Das Sirren von Motorsensen. Mitarbeiter der Firma Tino Koban aus Milkel sind damit beschäftigt, die Trasse für den Zaun rund um das künftige Elch- und Pferdegehege vom Bewuchs zu befreien.
„Dies ist der Beginn für die Neugestaltung des Areals“, freut sich Diplom-Biologe Jan Gahsche, der sich gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Striese um die vierbeinigen Bewohner kümmert.

Kurze Rückblende: Im Februar hatte die Meldung für Aufsehen gesorgt, dass das Elchprojekt im Daubaner Wald möglicherweise vor dem Aus steht. Die nordischen Huftiere waren dereinst angesiedelt worden, um den Bewuchs niedrig zu halten. Die Nutzungsvereinbarung mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben war jedoch ausgelaufen, und das Bundesforstamt Lausitz zeigte sich skeptisch hinsichtlich der Verlängerung. Zu den Gründen zählte Forstamtsleiter Franz von Plettenberg den maroden Zustand der Umzäunung sowie den Umstand, dass „auf einer zu kleinen Fläche zu viele Tiere leben“. Auch hatte sich die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die den Daubaner Wald als „Nationales Naturerbe“ übernimmt, noch nicht definitiv zur Fortführung des Projektes bekannt, da der landschaftspflegerische Erfolg zweifelhaft schien.

Mittlerweile ist es gelungen, die damals benannten Probleme auszuräumen. „Die Anzahl der Elche wird von derzeit neun auf vier reduziert, die wir in einem verkleinerten Gehege in der Nähe der Gewässerläufe konzentrieren“, erklärt Jan Gahsche. „Wir wollen die Einzäunung so gestalten, dass die Besucher die Elche beobachten können", so der Biologe. Diesem Zweck soll auch ein kleiner Aussichtspunkt in der Nähe des Elchgeheges dienen. Außen herum ersetzt auf 5,4 Kilometern Länge ein Elektro-Pferdezaun den bisherigen Elchzaun. Der eigentliche Zaunbau soll Mitte August beginnen.

Zur Finanzierung trägt der Gewinn des 2. Preises innerhalb der Aktion „Zeichen kleben“ des Klebebandherstellers Tesa bei, der mit einer Zuwendung in Höhe von 5000 Euro verbunden ist. 1771 Teilnehmer gaben ihre Stimme für das Projekt „Elche statt Panzer", dessen Name sich auf die frühere Nutzung des Areals als Panzerschießplatz bezieht. Auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und der Bundesforst stehen der Fortführung des Elchprojektes im Daubaner Wald mittlerweile positiv gegenüber. „Die Elche tragen dazu bei, dem Naturschutzgedanken öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen“, betont Jan Gahsche. Das Besucherinteresse an den vierbeinigen Landschaftspflegern – den Elchen ebenso wie den beiden Konikpferd-Herden – sei ungebrochen groß.

Nach der Neugestaltung des Areals werden die Chancen, die Elche in Lebensgröße beobachten zu können, ungleich größer sein als bisher. Ein Lehrpfad rings um das 155 Hektar große Gehege soll den Besuchern Hintergrundwissen vermitteln. Für die ursprünglich den Elchen zugedachte Aufgabe – das Bewahren der Offenlandschaft – sind in Zukunft in erster Linie die polnischen Konik-Wildpferde zuständig, die das Gelände seit 2009 besiedeln und deren Zahl sich bei 20 und 25 einpendeln soll.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 17.07.2011