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Vom großen Rummel um ihre Person lassen sich Pia und Paul kaum stören. Die
beiden vor gut zwei Wochen geborenen Elchzwillinge bringen dem beschaulichen
Tierpark Lohberg mitten im Bayerischen Wald derzeit einen bisher nicht gekannten
Besucheransturm – und machen zumindest regional dem Eisbärbaby und Medienstar
„Knut“ mächtig Konkurrenz. Die neuen Publikumslieblinge selbst nehmen den Wirbel
und das Blitzlichtgewitter gelassen: Sie verbringen ihre „Kinderstube“ weiterhin
am liebten mit Fressen, Wiederkäuen und Dösen oder mit Schwimmen und Tauchen im
eigenen Elch-See des Zoos.
Elche werden selten in Tierparks gehalten,
denn sie gelten in Gefangenschaft als ausgesprochene Problemtiere. Der Tierpark
Lohberg gehört zu den wenigen europäischen Zoos, in denen Elche in den
vergangenen Jahren Nachwuchs zur Welt brachten. Zu der bayerischen Elchfamilie
gehören heute neben Pia und Paul sowie Mama Benthe und Papa Laben auch die
Zwillinge Erlkönig und Bavaria, die vor zwei Jahren in dem zehn Hektar großen
Tierpark das Licht der Welt erblickten. Für das Tierparkmanagement ist die
neuerliche Zwillingsgeburt auch aus einem anderen Grund noch ein freudiges
Ereignis: Die Elche tragen heuer ganz offiziell den Titel „Wildtier des Jahres“.
Streichelzoo mit 40 Tieren
Lobhberg ist der einzige Zoo in
der Oberpfalz. Er hat sich ausschließlich auf Tiere spezialisiert, die im
bayerisch-böhmischen Grenzgebiet leben oder einst hier gelebt haben. Es gibt
Wolf- und Luchsgehege, Volieren, Aquarien und Lehrpfade. Der Streichelzoo ist
mit 40 Tieren besetzt.
Eröffnet wurde der Tierpark 1989. Seither kamen
1,5 Millionen Besucher. Der gute Ruf des Tierparks gründet sich auf beachtliche
Zuchterfolge. Ein Teil der Tiere wird wissenschaftlich begleitet. Beispielsweise
interessieren sich die Forscher für Brutbiologie und Stimmen. Mit den
Fischottern, den Gänsegeiern und den Wisenten beteiligt sich der Tierpark am
Europäischen Erhaltungsprogramm.