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Weil sie nicht genug fressen, der Tierschutz fraglich ist und
ein gültiger Vertrag fehlt, müssen die Tiere ihr Gelände bei Dauban
vielleicht verlassen.
Noch staksen sie auf ihren langen dünnen Beine über Oberlausitzer
Heideland. Noch locken sie Neugierige in Scharen an. Noch sind die
Elche Toke, Runa und Co nahezu unumstrittene Repräsentanten der
Region. Doch mit der Landschaftspflege durch das vierbeinige
Großwild auf dem einstigen Daubaner Truppenübungsplatz nahe Niesky
könnte bald Schluss sein.
Ein Grund: Die Tiere machen ihre Arbeit nicht ordentlich, Seit 2001
sollen sie die besondere Heidelandschaft erhalten, in dem sie
Büsche, kleine Bäume und Sträucher wegfressen. „Das Projekt war
nicht so erfolgreich wie gedacht“, sagt Franz von Plettenberg,
Leiter des Bundesforstamtes Lausitz. Dem Amt gehört die 150 Hektar
große Fläche, auf der die Elche leben. Doch in spätestens zwei bis
drei Jahren geht sie an die Naturerbe GmbH der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (DBU) über. Ob die DBU am Elchprojekt
festhält, ist fraglich. „Der Erfolg ist nicht so, wie man sich das
vorgestellt hat“, sagt auch Uwe Fuellhaas von der DBU und bestätigt
Plettenberg. Man werde überlegen, wie es weitergeht, mit den
Beteiligten sprechen und eine Lösung suchen.
Die sieht Franz von Plettenberg nicht unbedingt in den Elchen. Auch
aus Tierschutzgründen nicht. Um die Landschaft besser zu pflegen,
müsste man künftig noch mehr Elche auf dem Gelände halten. Seiner
Meinung nach ist dafür die Fläche zu klein. Zum Vergleich: Beim
kleineren Rotwild gebe es nur ein bis drei Tiere auf hundert
Hektar. Für neun Elche bieten 150 Hektar somit zu wenig Platz. Es
sei zu harten Kämpfen zwischen männlichen Tieren gekommen und zu
Missbildungen, ein sogenanntes Perückengeweih, das in die Augen
wachsen kann. Letzteres bestätigt Elchbetreuer Michael Striese. Das
lässt sich aber entfernen.
Vierbeiner ohne Pachtvertrag
Aktuell gibt es noch ein zweites, dringenderes Problem: Die Elche,
beziehungsweise ihre Vertreter, haben keinen gültigen Pachtvertrag
mehr für das Gelände. Der letzte zwischen dem zuständigen
Förderverein „Natur in der Oberlausitzer Heide- und
Teichlandschaft“ und dem Bundesforstamt lief Ende 2009 aus,
bestätigen alle Seiten. Trotz aller Bemühung sei nichts Neues
zustande gekommen, sagt Annett Hertweck vom Förderverein. „Damit
haben wir keine Rechtssicherheit“, sieht Franz von Plettenberg das
Problem. Sollten die Tiere davonlaufen, was dann? So etwas könnte
durchaus passieren. Denn der Zaun um das Gelände herum muss instand
gesetzt werden. Um die 60.000 Euro kostet das. Dafür fehlt dem
Förderverein das Geld. Zumal das Elchprojekt seit 2007 nicht mehr
vom Freistaat Sachsen bezahlt wird. Zuletzt gab es nur noch
finanzielle Unterstützung vom Umweltministerium.
Im Übrigen ist der Erhalt der Heidelandschaft laut Förderverein
ohnehin vor allem den im Gelände lebenden Moorschnucken
zuzuschreiben. Und der Pflege durch Mitarbeiter und Verein. Das
hieße, die Elche sind überflüssig. Doch soweit will sich Annett
Hertweck nicht aus dem Fenster lehnen.