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Der 2007 bei einem Autounfall nahe Süsel getötete Wolf zeige,
dass jederzeit und an jedem Ort in Deutschland mit dem Auftreten
einzelner Wölfe gerechnet werden kann. Das sieht man bei der AG
Naturnahe Jagd und dem NABU genauso und fordert daher seit Längerem
eine professionelle Vorbereitung - etwa durch unbürokratische
Entschädigung von Tierhaltern für gerissene Schafe und eine
sachliche Aufklärung der Bevölkerung. Dies soll nun kommen: Der
Managementplan soll laut Rabius klären, mit welchen Maßnahmen
Schaden von Nutztieren abgewehrt werden kann, wie man die
Öffentlichkeit fundiert über Wölfe informiert und wie man ein
Monitoring organisiert, das national und international abgestimmt
ist.
"Ich hoffe sehr, dass wir so die Rückkehr dieser beeindruckenden
und europaweit streng geschützten Wildtierart in ihre alten
Siedlungsräume positiv begleiten können", sagte Rabius. Er halte es
allerdings für unwahrscheinlich, dass sich in Schleswig-Holstein
eine Wolfspopulation etablieren kann, die sich dauerhaft selbst
trägt. Dies gelte auch für Elche. "Trotzdem müssen wir auch hier
für zuwandernde Einzeltiere vorsorgen."
Elche sind bisher bundesweit nur in einer kleinen Population in
Brandenburg heimisch geworden. Einzelne Tiere sind in den
vergangenen 30 Jahren aber immer mal wieder in Schleswig-Holstein
dokumentiert worden. "1970 hatten wir den ersten bestätigten Elch
im Raum Ratzeburg", sagt Holger Behrens, Geschäftsführer beim
Landesjagdverband in Flintbek. Damals habe es eine Riesenaufregung
um das Tier gegeben; Bürger, Polizei und Medien seien dem jungen
Elch auf den Fersen gewesen. "Es wurde versucht, ihn mit einem
Betäubungsgewehr derart zu beruhigen, dass er in ein Gehege
gebracht werden konnte. Doch die Narkosedosis und der Stress
verursachten einen Kollaps, so dass das Tier verstarb." Das war am
15. September 1970, zwei Wochen später starb der nächste Elch: "Er
wurde an den DDR-Grenzanlagen von einer Mine zerrissen", erläutert
Behrens.
"1972 wurde in Farchau eine Elchkuh gesehen. Die wanderte
allerdings in Richtung Westfalen und wurde Opfer eines
Verkehrsunfalles." Diesem Schicksal erlag auch der nächste Elch,
der in das Land zwischen den Meeren wollte: Im November 1977
verursachte ein junger Schaufler einen schweren Verkehrsunfall auf
der A 1 zwischen Lübeck und Bad Oldesloe. Keine zwei Jahre später
wurde wieder ein Elch bestätigt, "leider wurde der Falkenhusener
Elch auf Anordnung der Obersten Jagdbehörde gestreckt. Die Angst
wegen des schweren Verkehrsunfalles ging noch um", erinnert sich
Behrens. Denn: "Der Schwerpunkt bei einem Zusammenprall liegt bei
einem Elch ungleich höher als bei einem Damhirsch. Zudem ist ein
Elch mindestens doppelt so schwer wie unser Rothirsch."
Danach war es lange Zeit still, doch im Jahr 2000 wurde erneut ein
Elch gestreckt - widerrechtlich. "Der Elch hat laut
Landesjagdgesetz eine ganzjährige Schonzeit. Was damals in Bäk
geschah ist verwerflich." Konsequenzen gab es auch: Der Schütze
wurde mit einem hohen Bußgeld belegt und aus dem Landesjagdverband
gewiesen. "Es ist sehr schade, denn wir hätten gern verfolgt, ob
und wie sich das Tier hier heimisch gefühlt hätte." Doch eins ist
klar: "Elche aus der Brandenburger Population werden immer wieder
zu uns wandern. Sie brauchen feuchte Gebiete und Weichhölzer - doch
das alles können sie bei uns haben", ist Holger Behrens sicher. Das
Spannendste sei, den Elch zu dokumentieren. "Wir haben unser
Monitoring für den Elch vorbereitet." Das Tier mit der
ungewöhnlichen Figur und der langen Nase sei landesweit
willkommen.