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Ein Elch streift seit einer Woche durch Deutschlands Nordosten.
Er wurde schon mehrmals in Mecklenburg-Vorpommern gesichtet. Jäger
räumen ihm gute Überlebenschancen ein: "Er hat keine natürlichen
Feinde, außer wenn ein schnelles Auto kommt", sagte Norbert
Sündermann, Leiter im Forstamt Pudagla auf der Insel Usedom. Nach
Ansicht des Leiters des von riesigen Wäldern geprägten Forstamts
Torgelow / Rothemühl, Peter Neumann, ist der Elch, der an der A 20
bei Riedbruch nahe Greifswald sogar gefilmt worden war, "sehr
wahrscheinlich bei uns durchgezogen". Für Elche seien Flüsse kein
Problem und so könnte das Tier durch die Oder geschwommen
sein.
Die Forstleute halten es außerdem sogar für möglich, dass sich ein
junger Elchbulle und eine Elchkuh im Nordosten aufhalten. "Soweit
ich das erkennen konnte, war das unweit der Autobahn 20 beobachtete
Tier ein junger Bulle", sagte Peter Hartwig vom Forstamt
Neubrandenburg. Zunächst war von einer Elchkuh die Rede gewesen.
Elche, die jetzt Brunftzeit haben, ziehen Experten zufolge am
liebsten durch die früheren Urstromtäler, also die Flusstäler von
Peene, Trebel, Uecker oder Randow entlang. Dort fänden sie junge
Weiden und Zitterpappeln sowie Wasserpflanzen, von denen sie sich
ernähren.
Das Auftauchen der großen Tiere sei im Nordosten nicht
ungewöhnlich, hieß es. Alle paar Jahre zögen junge Bullen auf den
alten Routen entlang nach Westeuropa. "Ich erinnere mich, dass
Anfang der 1980er Jahre zwischen Berlin und Fürstenwalde auch mal
drei Elche abgeschossen wurden", erklärte Sündermann. In der DDR
unterlagen Elche dem Jagdrecht. Die Forstleute rechnen damit, dass
der gesichtete Elch entweder im Peenetal unterwegs und dann nach
Norden zum Darß mit seinen großen Schilfgebieten gezogen ist oder
aber nach Süden.