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Der Elch macht sich rar: Seit vergangener Woche ist er nicht wieder
aufgetaucht. Gleichwohl liegt Bayreuth im Elch-Fieber. Immerhin war solch ein
nordisches Prachtexemplar sogar beim Baden in einem Tümpel im Bayreuther Umland
gesehen worden. Vielleicht wollte er sich schick machen für den Grünen Hügel.
Es war weder ein verspäteter Aprilscherz, noch "ein Elch" aus der
A-Klasse von Mercedes unterwegs gewesen, als vergangene Woche eine entsprechende
Verkehrsdurchsage nicht nur Autofahrer aufschreckte. Die Autofahrer wurden um
besondere Vorsicht im Raum Bayreuth, speziell im Bereich der Bundesautobahn A 9
und Bundesstraße 85, gebeten.
Sehr ernst genommen
Wie
Polizeihauptkommissar Waldemar Sommerer von der Bayreuther
Polizei-Einsatzzentrale gestern auf Nachfrage bestätigte, war die Meldung eines
Autofahrers eingegangen, dass ihm ein Elch vor die Haube gelaufen sei. Sogleich
habe sich eine Polizeistreife aus der nahen Inspektion der Verkehrspolizei zu
Autofahrer und Elch aufgemacht. "Wir nahmen die Sache natürlich sehr ernst." Die
Beamten trauten ihren Augen nicht. "Nach der Begegnung mit dem Autofahrer hatte
der Elch bis zum Eintreffen der Polizeistreife in einem Teich ein Bad genommen",
berichtet Sommerer weiter. Die Beamten hätten gerade noch gesehen, wie der Elch
am gegenüberliegenden Ufer aus dem Wasser stieg und Richtung Meyernreuth
davonlief. Da die Streife keine Schwimmausrüstung mithatte, habe sie die
Verfolgung nicht aufnehmen und das Tier unerkannt entkommen können. Eine
Suchaktion nach dem Riesenhirsch sei ergebnislos verlaufen. Lediglich die
Fußspuren, die der Elch hinterlassen hatte, seien von den Beamten gesichert
worden. Völlig unklar sei laut Sommerer aber die Herkunft des Tieres. Aus den
umliegenden Tiergehegen werde kein Elch vermisst. Der hinzugerufene Förster
vermutete, dass es sich um ein Tier aus Tschechien handeln könnte. Normalerweise
leben Elche in Skandinavien, Polen, dem Baltikum und Teilen Russlands.
In
den letzten Jahren hat sich im tschechischen Böhmerwald, gleich hinter der
bayerischen Grenze, eine Gruppe von schätzungsweise 15 Elchen angesiedelt. Auch
im Bayerischen Wald sind in den vergangenen Jahren immer wieder Elche gesichtet
worden. Zuletzt sorgte ein Elch im November 2005 in der Nähe von
Wernberg-Köblitz im Bereich der A 93 für Aufsehen.
(Angemerkt)