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Elchkuh Lina ist nicht mehr. Schon am Morgen des 13. September ist
sie, wie erst jetzt bekannt wird, im See des Wildparks an den
Eichen gestorben. Eine Frau hat sie dort regungslos im Wasser
gesehen und umgehend Thomas Leier, den fachlichen Leiter des
Wildparks, informiert. Dieser ist sofort hingeeilt, hat gerufen und
in die Hände geklatscht – keine Regung.
Die Augen des Tiers wirkten eingedrückt, sagt Leier, wie sich
herausstellte, lag Lina seitlich im Flachwasserbereich. Als er mit
Kollegen, Schlepper und Seilen zurückkommt, ist der Kopf der
Elchkuh schon unter Wasser, Leier springt rein und hebt ihn hoch.
Gemeinsam ziehen sie Lina aus dem Teich, aber es ist zu spät, die
Elchkuh lebt nicht mehr.
Das Tier wird zur Sektion wird in das Bayerische Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gebracht. Im Wildpark
will man wissen, woran die Elchdame gestorben ist, ob man selbst
einen Fehler gemacht hat. Das Ungewöhnliche ist, dass Leier Lina
noch am Vorabend wohlauf gesehen hat.
Nach eineinhalb Wochen liegt das Obduktionsergebnis vor:
Todesursache ist eine nichteitrige Meningitis (Hirnhautentzündung).
Welcher Virus genau dafür verantwortlich ist – es gibt laut Leier
eine Vielzahl – habe das LGL nicht ermitteln können. Wohl aber,
dass Lina „wohlgenährt“ war und außer dem Virus keine
Auffälligkeiten festzustellen waren.
Lina hatte allerdings einige Jahre vorher einen „Zungenvorfall“
erlitten, verursacht durch ein Herpes-Virus, weshalb ihr die Zunge
etwas aus dem Maul hing. Auch dieses Virus könnte in Richtung
Gehirn marschiert sein und für Linas etwas zu frühen Tod
verantwortlich sein. Elche in menschlicher Obhut (Parks) würden, so
Leier, durchschnittlich zehn, elf Jahre alt, Lina war erst
acht.
Die nächste Frau für den verwitweten Lasse ist bereits ausgesucht:
Ein Elchmädchen, das am 1. Mai dieses Jahres im Wildpark „Schwarze
Berge“ bei Hamburg das Licht der Welt erblickt hat. Noch ist es in
der Obhut der Mutter. Im Januar schon soll es nach Schweinfurt in
den Wildpark gebracht werden – zuerst aber noch getrennt von Lasse,
getrennt durch einen Zaun. Wie das Elchfräulein heißen soll, ist
noch offen. Das Recht der Namensgebung liegt ohnehin beim Sponsor,
dessen Namen bekannt ist: Die Firma Weber und Laus, Bad
Kissingen.