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In Norwegen ist ein Albino-Elch gesichtet worden - und schon soll das
seltene Tier sterben: Der Weiße solle schnellstmöglich erschossen werden,
fordern Wissenschaftler. Die Bevölkerung ist empört.
Nachdem der Albino in
der norwegischen Provinz Østfold gesichtet wurde, streiten sich nun die
Bevölkerung, Jäger und Wissenschaftler: Darf der Elch erschossen werden? Eine
einvernehmliche Entscheidung müsste eigentlich noch heute getroffen werden -
morgen beginnt in Norwegen die Elchjagd-Saison.
Wissenschaftler wollen den
weißen Elch so schnell wie möglich loswerden. "Klar ist es unterhaltsam, einen
Albino-Elch zu haben, der durch unsere Wälder läuft. Allerdings ist es für reine
Zuchtbedingungen nicht richtig, ihn leben zu lassen", sagte etwa Morten Brommdal
von der University of Oslo der Tageszeitung "Moss Avis".
Würde der weiße
Elch nicht bald erschossen, würde sich das Tier vermehren - und so seine
angeborene Pigmentierungsstörung weitergeben. "Wir hätten bald zwei, drei, vier
oder fünf Albino-Elche in diesem Waldgebiet", befürchtet Molekularbiologe
Brommdal. Auf lange Sicht könne das die Herde schwächen.
Die Bevölkerung
in Østfold ist entrüstet. "Das ist affig. Würden wir dann auch Albino-Menschen
erschießen?", fragt jemand in einem eigens eingerichteten Weblog. Einen anderer
Blogger schlägt vor, den weißen Elch einzufangen - und in einen Zoo zu bringen.
"Das ist aus dessen Sicht zwar nicht die beste Lösung, aber besser als zu
sterben." Andere sind dafür, das Tier zu kastrieren oder die Wölfe in den
Wäldern entscheiden zu lassen. "Die Natur wird's schon richten", schreibt einer
pragmatisch. Einen weißen Elch würden die Raubtiere ohenhin leichter entdecken
als einen normalen.
Die Jäger in Østfold wurden von den Menschen
aufgefordert, den weißen Elch zu schützen, berichtete der norwegische Rundfunk
NRK. Der Chef des Wildtier-Ausschusses in der Region will aber nichts
versprechen: "Solange es Leute gibt, die nicht damit einverstanden sind, dass
das Tier am Leben bleiben soll, kann ich nicht garantieren, dass das Tier
überleben wird", sagte Sigmund Lerheim laut der Zeitung "Aftenposten". Es gebe
Jagdquoten, die das Alter und das Geschlecht der zu schießenden Elche festlegen.
"Aber nirgends steht, dass die Elche braun, grau oder weiß sein müssen", so
Lerheim.
Jon Arnemo von der Norwegian School of Veterinary Science
scheint die ganze Aufregung nicht zu verstehen. Ein Albino-Elch sei zwar selten,
aber keine Sensation. Nach Angaben des Tierarztes leben in Skandinavien
schätzungsweise 450.000 Elche. Ein Drittel von ihnen wird jedes Jahr geschossen
- meistens sei auch ein Albino darunter.