Rheinische Zeitung
Frankfurt (Oder) - Der Elch, der am Montag in Ostbrandenburg mit zwei Autos
zusammenstieß, ist offensichtlich wohlauf. Das Tier war bei dem Unfall auf einer
Bundesstraße über die Motorhaube eines Wagens geschleudert worden. Jäger des
Kreisjagdverbandes hatten die Fährte des Tieres aufgenommen. "Spuren, die auf
eine Verletzung hindeuten, sind glücklicherweise nicht entdeckt worden. Alle
sind gesund", sagte Jäger Horst Wokittel am Mittwoch. Nach Augenzeugenberichten
soll der Elch nach dem Zusammenstoß ungerührt seines Weges in Richtung Polen
gezogen sein. Nach Aussage von Jägern ist es der erste Elch, der seit mehreren
Jahren die Grenze nach Deutschland überschritten hat. Es sei nicht ungewöhnlich,
daß junge Elchbullen vor Beginn der Brunstzeit im September das Revier älteren
Bullen überlassen und fortziehen. Über Jahrhunderte war Deutschland
Siedlungsgebiet für die imposanten Huftiere, die etwa 300 bis 500 Kilogramm
schwer werden. "Heute würde ein Elch in Deutschland, der sich von Laubholz,
Klee, Moos, Flechten und Mais ernährt, im Winter keine ausreichende Nahrung
finden", sagte Wokittel.