10.04. - Carl Gustav noch im Lande?

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In Wernberg-Köblitz gesichteter Elch könnte bei Bayreuth seine Kreise ziehen
Wernberg-Köblitz/Bayreuth. Die Verkehrsdurchsage am Freitagabend "Auf der A 9 bei Trockau bitte vorsichtig fahren, es befindet sich ein Elch auf der Fahrbahn", ließ nicht nur die Autofahrer im Raum Bayreuth aufhorchen: Ist Carl Gustav, der Elch, der im November letzten Jahres in Wernberg-Köblitz gesichtet und fotografisch festgehalten worden ist, gen Bayreuth weiter gezogen?

Ein Verkehrsteilnehmerin meldet am Freitag gegen 21. 30 Uhr der Verkehrspolizeiinspektion Bayreuth, dass sie bei der B 85, Ausfahrt Bayreuth Süd - also unmittelbar vor Beginn des Stadtgebietes - einen Elch gesehen hat. Die Polizisten sind verwundert. Nichtsdestotrotz macht sich eine Streife auf den Weg.

Zu 90 Prozent

Zunächst gibt es keine Auffälligkeiten, doch plötzlich bewegt sich etwas in der Grünfläche zwischen der B 85 und der A 9: Das Tier steht dann einige Minuten neben dem Streifenwagen, trottet die Böschung hinunter durch einen Teich, dreht sich noch einmal um und verschwindet zwischen den Bäumen. Für die Polizisten ist klar: Der "Fleischberg" mit der Kopfhöhe eines VW-Busses, der sich da über die Straße bewegte, muss ein Elch - mangels Geweih besser gesagt eine Elchkuh - gewesen sein. Das Tier hat, bedingt durch den ausgeweichten Boden in der Grünfläche, auch Spuren hinterlassen.

Von den Polizisten werden in der Nacht mehrere Streifenfahrzeuge und der örtliche Jagdpächter hinzugezogen, das Gelände wird mit Scheinwerfern abgesucht - Fehlanzeige. Laut Jagdpächter Georg Pöhner kann er anhand der schräg eingedrückten, auch mit Schotter vermischen Spuren nicht eindeutig sagen, dass es sich um einen Elch gehandelt hat. Anhand der Schilderungen der Augenzeugen ist er sich aber "zu 90 Prozent sicher". Rotwild würde sich viel scheuer verhalten.

Ohne Geweih

War das Tier nun eine Elchkuh oder Carl Gustav, der sich im November letzten Jahres aus dem Osten kommend vermutlich auf dem Fernwechsel ins Revier Oberköblitz I "verirrt" hatte?

Auch hier ging der örtliche Jagdpächter Dr. Fritz Loew, nachdem er das Tier zum ersten Mal gesehen hatte, von einer Elchkuh aus. Als es ihm aber gelang, sich zusammen mit einem Fotografen näher heranzupirschen, wurde anhand der Geschlechtsmerkmale klar, dass es sich um einen jungen männlichen Elch, allerdings ohne Geweih handelte. Auch Georg Pöhner bestätigt, dass europäische Elche kein ausladendes Geweih, sondern oft nur "einen Knopf draufhaben".

Ob der von Dr. Loew "Carl Gustav" getaufte Elch nach seiner Stippvisite in Wernberg-Köblitz die Festspielstadt Bayreuth angesteuert hat? Für Dr. Loew ist nur sicher, dass Carl Gustav im Januar dieses Jahres über die Autobahn wechselte und dann von Jägern im Raum Hahnbach/Süß gesichtet wurde. Dem Vernehmen nach - für diese Einschätzung hat Dr. Loew aber keine direkte Augenzeugen - soll sich der Elch dann gen Grafenwöhr bewegt haben. Die "grobe Richtung" nach Bayreuth könnte dann stimmen.

Eine letzte Sicherheit, dass Carl Gustav in Bayreuth seine Kreise gezogen hat, gibt es bis dato nicht. Seine Visitenkarte hat er leider nicht abgegeben, bevor er in die Dunkelheit entschwand.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 17.12.2008