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«Richtig zum Nachdenken ist er wohl nicht mehr gekommen, denn da
krachte es schon» , so Polizeisprecherin Petra Denkhoff. Der etwa 250 Kilogramm
schwere Brocken war gegen Frontscheibe und Autodach geknallt. Just in diesem
Augenblick kam aus der Gegenrichtig ein 35-Jähriger und gabelte das Tier auch
noch mit seinem VW auf. «Rund 8000 Euro Schaden» , so Denkhoff. «Der Fahrer im
Ford hatte ein Riesenglück, dass das Tier nicht mit seinen spitzen Hufen durch
die Scheibe ist und ihn verletzt hat» , meint Polizeiobermeisterin Dana
Malcherek, die mit ihren Kollegen zum Unfallort kam.
Der Verdacht lag nahe,
die Elch-Kuh könnte aus dem Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und
Teichlandschaft stammen. Deswegen wurde Michael Striese, der die Tiere im
Reservat betreut, informiert. «Das ist mit Sicherheit kein Tier von uns» , so
sein Urteil. «Wir haben nur drei Elch-Kühe, ein Jungtier – und das heute früh
war kein Jungtier – und zwei ältere, die ein Halsband tragen.» Die tote Kuh habe
weder ein solches getragen, noch seien Spuren davon am Hals erkennbar gewesen,
berichtete Striese auf RUNDSCHAU-Nachfrage.
Die Wahrscheinlichkeit sei groß,
dass das Tier aus Richtung Osten in die Region gekommen ist. «In Polen leben
3000 bis 4000 Elche. Wenn die Jungtiere von ihrer Mutter vertrieben werden,
wandern sie größere Strecken» , weiß Striese. In der Regel seien es aber Bullen.
«Im Jahr 2005 hat ein Wildelch sogar versucht, in unser Gatter zu gelangen.»
Nähere Auskünfte erhofft sich Striese von der Untersuchung der Elch-Kuh im
Naturkundemuseum Görlitz. «Die erste Auskunft lautete heute, dass sie mindestens
zwei bis drei Jahre alt sein muss und in diesem Jahr noch keine Kälber hatte.»
Wie der Elch-Experte berichtet, verirren sich fast jedes Jahr Artgenossen in
unsere Gegend. «Und die Kuh von heute ist nicht der erste verkehrstote Elch in
diesem Jahr in Deutschland. Den gab es meines Wissens in Bayern.»
Im
Biosphärenreservat leben derzeit zehn Elche, die sich auf einer eingezäunten
Fläche von 160 Hektar bewegen können. «Wir haben in diesem Jahr zwei Bullen aus
Suhl und zwei aus dem Berliner Tierpark dazubekommen.»