07.07. - Wo ist Elch Knutschi

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Der Elch, der sich über Monate im Osterzgebirge aufgehalten hat und den die Einheimischen liebevoll „Knutschi“ nennen, ist seit Wochen spurlos verschwunden. „Jäger haben ihn letztmalig am 30. Mai gesichtet“, sagt Wolfram Gläser, der Leiter des Forstbezirkes Bärenfels. Das war in der Nähe vom Geisingberg bei Altenberg. „Seitdem haben wir keine Informationen mehr, wo der Elch ist.“

Das wunderte den Forstmann seit Tagen sehr. Denn jetzt sind viele Pilzsucher in den Wäldern. „Einer müsste den Elch doch mal gesehen haben“, sagt Gläser. Er wollte schon zu seinen tschechischen Kollegen Kontakt aufnehmen, ob der tierische Wanderer nun vielleicht doch ins Böhmische weitergezogen ist, da gibt es eine neue Spur. Sie führt nach Mittelsachsen.

Vor etwa einer Woche will in Krumhermersdorf bei Zschopau eine Familie am Bornwald einen Elch gesehen haben. „Förster in der Gegend bestätigen, dass es Sichtkontakte von Bürgern mit dem Elch gegeben hat“, sagt Gläser. Er vermutet nun, dass es sich dabei um „Knutschi“ handelt.

„Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat der Elch unser Gebiet verlassen und ist westwärts gewandert“, sagt der Forstbezirkschef. Von Altenberg bis Krumhermersdorf sind es gerade mal rund 70 Kilometer – eine Strecke, die für einen jungen, kräftigen Elch wie „Knutschi“ überhaupt kein Problem darstellt. Wo sich der Bulle, der auf rund zwei Jahre geschätzt wird, nun aufhält, weiß zur Stunde wieder keiner. Und es ist auch unklar, ob „Knutschi“ je ins Osterzgebirge zurückkehren wird. „Da haben wir keinerlei Erfahrungen“, sagt Gläser.

Gerade deshalb hatte der Forstfachmann mit dem sächsischen Umweltministerium noch so viel mit dem seltenen Gast vor. In Vorbereitung war ein sogenanntes Elch-Monitoring. „Knutschi“ sollte mal kurz betäubt und dann mit einem Sender ausgestattet werden.

Die Experten erhofften sich von den gesendeten Signalen Aufschluss über Wanderzug und Verhalten des Tieres. Es wird vermutet, dass der Elch aus Polen gekommen war und dann im Herbst vergangenen Jahres vom Elbsandsteingebiet weiter bis ins Osterzgebirge gewandert ist. Ob „Knutschi“ geahnt hat, was ihm blüht, und er sich schnell aus dem Staub gemacht hat?





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 10.07.2009