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Der Elch, der sich über Monate im Osterzgebirge
aufgehalten hat und den die Einheimischen liebevoll „Knutschi“
nennen, ist seit Wochen spurlos verschwunden. „Jäger haben ihn
letztmalig am 30. Mai gesichtet“, sagt Wolfram Gläser, der Leiter
des Forstbezirkes Bärenfels. Das war in der Nähe vom Geisingberg
bei Altenberg. „Seitdem haben wir keine Informationen mehr, wo der
Elch ist.“
Das wunderte den Forstmann seit Tagen sehr. Denn jetzt sind viele
Pilzsucher in den Wäldern. „Einer müsste den Elch doch mal gesehen
haben“, sagt Gläser. Er wollte schon zu seinen tschechischen
Kollegen Kontakt aufnehmen, ob der tierische Wanderer nun
vielleicht doch ins Böhmische weitergezogen ist, da gibt es eine
neue Spur. Sie führt nach Mittelsachsen.
Vor etwa einer Woche will in Krumhermersdorf bei Zschopau eine
Familie am Bornwald einen Elch gesehen haben. „Förster in der
Gegend bestätigen, dass es Sichtkontakte von Bürgern mit dem Elch
gegeben hat“, sagt Gläser. Er vermutet nun, dass es sich dabei um
„Knutschi“ handelt.
„Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat der Elch unser Gebiet verlassen
und ist westwärts gewandert“, sagt der Forstbezirkschef. Von
Altenberg bis Krumhermersdorf sind es gerade mal rund 70 Kilometer
– eine Strecke, die für einen jungen, kräftigen Elch wie „Knutschi“
überhaupt kein Problem darstellt. Wo sich der Bulle, der auf rund
zwei Jahre geschätzt wird, nun aufhält, weiß zur Stunde wieder
keiner. Und es ist auch unklar, ob „Knutschi“ je ins Osterzgebirge
zurückkehren wird. „Da haben wir keinerlei Erfahrungen“, sagt
Gläser.
Gerade deshalb hatte der Forstfachmann mit dem sächsischen
Umweltministerium noch so viel mit dem seltenen Gast vor. In
Vorbereitung war ein sogenanntes Elch-Monitoring. „Knutschi“ sollte
mal kurz betäubt und dann mit einem Sender ausgestattet
werden.
Die Experten erhofften sich von den gesendeten Signalen Aufschluss
über Wanderzug und Verhalten des Tieres. Es wird vermutet, dass der
Elch aus Polen gekommen war und dann im Herbst vergangenen Jahres
vom Elbsandsteingebiet weiter bis ins Osterzgebirge gewandert ist.
Ob „Knutschi“ geahnt hat, was ihm blüht, und er sich schnell aus
dem Staub gemacht hat?