07.03. - Elchtest für Bayern

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Bayern ist ein Touristenland. Und das hat sich mittlerweile auch im Tierreich herumgesprochen. Längst verschwundene Arten machen sich hierzulande wieder heimisch. Luchse, Wölfe und zuletzt auch Elche sind im Naturpark Bayerischer Wald ausgemacht worden. Und weil nicht nur das Zusammenleben von Mensch und Mensch, sondern auch das von Tier und Mensch gut geregelt sein will, hat der bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller ein Papier für das Miteinander vorgelegt, den Elchplan.

Der Elch hat nämlich Potenzial, sich zum Problemtier zu mausern. Immer dann, wenn er auf der Straße steht. "Typischerweise verharren die Tiere zunächst an Ort und Stelle und beobachten die Situation", heißt es in dem Plan. Der Elch schaut zu. "Und er ist stur", wie der Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, Karl Friedrich Sinner, sagt. Er weicht nicht. Das Fahrmanöver, das bald in deutschen Fahrschulen unterrichtet werden könnte, heißt deshalb Elchtest: das plötzliche Ausweichen vor dem Ungetüm. Damit es so weit nicht kommt, rät Sinner, besonnen zu fahren.

Wie er auch überhaupt zur Besonnenheit im Umgang mit neu eingewanderten Tierarten rät. Die Angst vor dem Wolf hält er für unbegründet. Das Märchen Rotkäppchen stellt für den Wolf so etwas wie eine Rufmordkampagne dar. "Der Wolf zieht sich sofort zurück, sobald er Menschen sieht", sagt Sinner.

Schon seit Anfang der 1990er Jahre haben Spuren im Nationalpark Bayerischer Wald auf einzelne Tiere verwiesen. Einen Wolf zu Gesicht zu bekommen, ist selbst für Mitarbeiter des Parks ein seltener Anblick. Zwischenfälle mit den Tieren habe es in den ganzen Jahren nicht gegeben. Und wirklich viele Wölfe leben dort auch nicht. Gerade einmal vier oder fünf Tiere vermutet Sinner im Park.

Genauso verhält es sich mit den anderen Zuwanderern unter den großen Säugetieren. Es sind nur kleine, an einer Hand abzählbare Gruppen. Luchse leben im Nationalpark vielleicht vier bis sechs. Erst neulich verriet sich ein Weibchen mit seinen beiden Jungen durch Spuren im Neuschnee, wie Sinner sagt.

Und von den Elchen, die nun aus dem Tschechischen über die Grenze ohne Ausweispapiere einwandern, leben an der Moldau um die 15 Tiere. Kein Grund also, von einer Invasion auszugehen. Im Elchplan des Ministeriums wird schon einmal festgelegt, wer für die Verbissschäden der Zuwanderer aufzukommen hat. Sie gelten wegen ihrer Größe nämlich als gefräßig. Und Spaziergängern wird geraten, sich bei Begegnungen mit dem Elch an dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie bei Rehen, Hirschen oder Wildschweinen zu halten. Ob es allerdings die unter Schweden-Urlaubern so beliebten Elch-Verkehrsschilder auf bayerischen Straßen geben wird, verrät der Plan leider nicht.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 07.03.2008