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Vereinzelt schreitet der «König des Waldes» schon mal durch märkische
Gefilde, stolze 800 Kilo schwer, mit imposantem Geweih: «Elche finden bislang
nur dann und wann den Weg über die Oder», weiß der Präsident des
Landesumweltamtes, Matthias Freude, zu berichten. «Aber schon in nicht allzu
ferner Zukunft könnten sie in Brandenburg und damit erstmals in Deutschland
wieder heimisch werden.» Schließlich bevorzuge das «Tier des Jahres 2007» große,
unzerschnittene Waldgebiete. «Und da wäre Brandenburg prädestiniert.» Zuletzt
musste allerdings ein Jäger einem in die Mark gelangten Exemplar im vergangenen
Herbst den Gnadenschuss geben.
«Das kranke Tier kam nicht mehr hoch»,
sagt Freude. Wie selten die in Skandinavien bejagten Elche in Deutschland sind,
belegen die Zahlen: «Nur an die 50 Tiere sind in den letzten Jahrzehnten
bundesweit registriert worden, die meisten davon in Brandenburg.» Zum Vergleich:
«In Finnland sterben alljährlich 3000 Elche bei Verkehrsunfällen.» Auch die
Schutzgemeinschaft Deutsches Wild hält eine Rückkehr der Elche in die Mark für
realistisch. «Wenn die Tiere wieder dauerhaft nach Deutschland kommen, dann
zuerst nach Brandenburg», sagt Werner Koep von der Schutzgemeinschaft.
«Dies liegt vor allem an ihren traditionellen Wanderrouten.» Denn nach
Brandenburg kommen die Tiere schon immer über die Oder, die sie durchschwimmen
oder im Winter über das Eis überqueren. «Zumeist bleiben sie nur kurz. Aber es
gab schon Exemplare, die über einige Monate gesichtet wurden», sagt Freude. In
Polen gibt es aktuell schätzungsweise 4000 Elche - ähnlich große Populationen
dieser größten Hirschart weltweit gab es laut Freude allerdings nie auf
deutschem Gebiet. Vielen Touristen bekannt sein dürften die scheuen Tiere nur
durch Besuche in Skandinavien.
In Schweden haben die Tiere allerdings
derzeit mit einem ganz besonderen Problem zu kämpfen - sie plagt der
Haarausfall, die Blut saugende Hirschlausfliege («Lipoptena cervi») soll Schuld
sein. Ähnliche Probleme haben ihre drei Artgenossen im Wildpark Schorfheide
(Uckermark) derweil nicht. «Aber es ist nicht so einfach, Elche zu halten - sie
brauchen große Flächen, sind anfällig für Parasiten und äußerst anspruchsvoll
bei der Nahrung», sagt Geschäftsführerin Imke Heyter. Da die breitmäuligen Tiere
im Oberkiefer keine Schneidezähne haben, müssen die Park-Mitarbeiter täglich 20
Kilo Äpfel und Möhren pro Tier klein schneiden. «Jeder Elch kostet uns 500 bis
600 Euro im Monat - ein Wisent dagegen nur 60 Euro», rechnet Heyter vor. Seit
1999 werden in dem Wildpark nordöstlich von Berlin Elche gezüchtet.
Sollten die Tiere in freier Wildbahn wieder den Weg in märkische Wälder
finden, dann wären sie nach Einschätzung von Freude eine «absolute
Touristenattraktion». Allerdings dürften einige Forstleute eine Rückkehr der bis
zu zwei Meter großen Tiere (Schulterhöhe) nicht unbedingt begrüßen: «Sie fressen
nämlich gerne in Kiefernschonungen». Ein weiteres Problem ist, dass Elche häufig
Verkehrsunfällen zum Opfer fallen. «Sie haben keinerlei Abschätzungsvermögen für
hohe Geschwindigkeiten», erläutert Freude.
Die Schutzgemeinschaft
Deutsches Wild hat den Elch zum Tier des Jahres 2007 erklärt. Die jährliche Wahl
solle auf große Tierarten aufmerksam machen, die «auf natürlichem Wege in ihre
deutsche Heimat zurückkehren». Außer in Teilen Europas leben Elche derzeit auch
in Asien und Nordamerika - und vielleicht bald wieder in Brandenburg?