05.11. - Drei mögliche Todesursachen für Knutschi

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Es steht nicht eindeutig fest, woran Elch Knutschi gestorben ist. Es kommen drei Möglichkeiten oder eine Kombination daraus infrage. Das ist das Ergebnis der Obduktion des Elches im Institut für Veterinär-Patholgie der Universität Gießen.

Prof. Manfred Reinacher, Chef des Instituts, nannte am Donnerstag folgende Möglichkeiten:

1. Der Elch starb an Muskeldegeneration als Folge des Stresses bei der Betäubung und Zwangsumsiedlung in den Reinhardswald. Diese Muskeldegeneration könnte zu einem Versagen der Atem-Muskulatur und des Herzmuskels geführt haben.

2. Knutschi hatte eine Entzündung der Mundschleimhaut. Das könnte Folge einer Virusinfektion sein.

3. Es wurden Schwellungen im Rachenbereich an Gaumen und den Stimmbändern festgestellt. Ursache könnte eine Allergie sein. Die Schwellung habe dazu führen können, dass der Elch nicht mehr richtig atmen konnte.

Möglich, so Prof. Reinacher, sei auch eine Kombination der Möglichkeiten als Todesursache. Der Elch starb auf jeden Fall nicht plötzlich. Es gab wohl einen langen Todeskampf.
Neben dem Universitätsinstitut waren fünf Labore an den Untersuchungen des Elches beteiligt. Das Hauptproblem war, dass der Elch bereits über zwei Tage lang tot war, bevor er in die Pathologie kam. Professor Reinacher: "Die postmortalen Veränderungen des Tieres haben schließlich dazu geführt, dass die Todesursache eindeutig nicht festzustellen ist." Beispiel Muskeldegeneration. Diese hat man in einzelnen, wenigen Muskelfasern festgestellt.

Die festgestellten Muskelveränderungen würden eigentlich nicht für einen Tod ausreichen, so Reinacher. Aber: Die meisten Fasern waren wegen des schlechten Zustandes nicht mehr zu begutachten. So ist nur anzunehmen, dass auch sie degeneriert waren. Sicher ist das aber nicht.

Beipiel Entzündung der Mundschleimhaut: Sie wurde eindeutig festgestellt. Ursache ist in der Regel eine Virusinfektion. Nur: Die Virologen konnten keine Viren mehr feststellen.
Professor Reinacher sagte weiter, dass in der Vergangenheit bei einigen Elchen schon eine Muskellveränderung als Todesursache festgestellt worden sei. Eine Todesart, an der viele Elche verenden, sei das aber nicht.

Auf Spekulationen, dass der Transport des Elches vor der Umsetzung mit einem Gabelstapler verantwortlich für den Tod war, wollte sich Prof. Reinacher nicht einlassen. Unstrittig sei, dass der Elch nach der Betäubung, dem Erwachen und der Aussetzung im Reinhardswald noch mindestens zwei Kilometer weit gelaufen sei.

Auf die Frage, ob das viel sei, antwortete der Pathologe Reinacher: "Keine Ahnung. Bei uns laufen die Tiere im Allgemeinen gar nicht mehr."

Elch Knutschi wog zum Todeszeitpunkt 321 Kilo und war zwischen zwei und drei Jahren alt. Sein Ernährungszustand, so Reinacher, war gut. Der Körper des Elches wurde in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt. Schädel und Geweih gehen zur obersten Jagdbehörde ins hessische Umweltministerium.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 07.11.2009