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Es steht nicht eindeutig fest, woran Elch Knutschi gestorben
ist. Es kommen drei Möglichkeiten oder eine Kombination daraus
infrage. Das ist das Ergebnis der Obduktion des Elches im Institut
für Veterinär-Patholgie der Universität Gießen.
Prof. Manfred Reinacher, Chef des Instituts, nannte am Donnerstag
folgende Möglichkeiten:
1. Der Elch starb an Muskeldegeneration als Folge des Stresses bei
der Betäubung und Zwangsumsiedlung in den Reinhardswald. Diese
Muskeldegeneration könnte zu einem Versagen der Atem-Muskulatur und
des Herzmuskels geführt haben.
2. Knutschi hatte eine Entzündung der Mundschleimhaut. Das könnte
Folge einer Virusinfektion sein.
3. Es wurden Schwellungen im Rachenbereich an Gaumen und den
Stimmbändern festgestellt. Ursache könnte eine Allergie sein. Die
Schwellung habe dazu führen können, dass der Elch nicht mehr
richtig atmen konnte.
Möglich, so Prof. Reinacher, sei auch eine Kombination der
Möglichkeiten als Todesursache. Der Elch starb auf jeden Fall nicht
plötzlich. Es gab wohl einen langen Todeskampf.
Neben dem Universitätsinstitut waren fünf Labore an den
Untersuchungen des Elches beteiligt. Das Hauptproblem war, dass der
Elch bereits über zwei Tage lang tot war, bevor er in die
Pathologie kam. Professor Reinacher: "Die postmortalen
Veränderungen des Tieres haben schließlich dazu geführt, dass die
Todesursache eindeutig nicht festzustellen ist." Beispiel
Muskeldegeneration. Diese hat man in einzelnen, wenigen
Muskelfasern festgestellt.
Die festgestellten Muskelveränderungen würden eigentlich nicht für
einen Tod ausreichen, so Reinacher. Aber: Die meisten Fasern waren
wegen des schlechten Zustandes nicht mehr zu begutachten. So ist
nur anzunehmen, dass auch sie degeneriert waren. Sicher ist das
aber nicht.
Beipiel Entzündung der Mundschleimhaut: Sie wurde eindeutig
festgestellt. Ursache ist in der Regel eine Virusinfektion. Nur:
Die Virologen konnten keine Viren mehr feststellen.
Professor Reinacher sagte weiter, dass in der Vergangenheit bei
einigen Elchen schon eine Muskellveränderung als Todesursache
festgestellt worden sei. Eine Todesart, an der viele Elche
verenden, sei das aber nicht.
Auf Spekulationen, dass der Transport des Elches vor der Umsetzung
mit einem Gabelstapler verantwortlich für den Tod war, wollte sich
Prof. Reinacher nicht einlassen. Unstrittig sei, dass der Elch nach
der Betäubung, dem Erwachen und der Aussetzung im Reinhardswald
noch mindestens zwei Kilometer weit gelaufen sei.
Auf die Frage, ob das viel sei, antwortete der Pathologe Reinacher:
"Keine Ahnung. Bei uns laufen die Tiere im Allgemeinen gar nicht
mehr."
Elch Knutschi wog zum Todeszeitpunkt 321 Kilo und war zwischen zwei
und drei Jahren alt. Sein Ernährungszustand, so Reinacher, war gut.
Der Körper des Elches wurde in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt
entsorgt. Schädel und Geweih gehen zur obersten Jagdbehörde ins
hessische Umweltministerium.