gesehen auf www.express.de
Sie werden bis zu 500 Kilo schwer und können sieben Meter tief
tauchen. Die Elche.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die „Könige des Waldes“ in
Deutschland ausgerottet. Jetzt sind die Kolosse wieder
zurück.
Was für ein Riese! Mit einer Schulterhöhe von zwei Metern ist es
ein beeindruckender Anblick, wenn Europas größte Hirschart auf eine
Lichtung tritt. „In letzter Zeit wurden regelmäßig Elche
gesichtet“, sagt Peter Heyne vom Biosphärenreferat Oberlausitzer
Heide- und Teichlandschaft in der Zeitschrift „Gong“.
Dabei sind die Kolosse, die keine Feinde außer dem Wolf haben, bei
uns offiziell 1945 ausgestorben – ihr Fleisch war in der Not zu
begehrt.
„Das Wandern liegt in der Natur der Elche“, so Heyne. Bis zu 80
Kilometer schaffen die Giganten an einem einzigen Tag. Wird ihm die
Gruppe zu eng, macht er sich auf den Weg. Und so kommen die Tiere
von Polen, wo derzeit rund 4000 Elche leben, und einige wenige aus
Tschechien in die Bundesrepublik.
Vor allem an der Grenze in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und
Sachsen tauchen die Tiere häufig auf. Im Oder-Spree-Kreis lebt eine
Gruppe von sieben Tieren. 2005 und 2006 gab es über 20
Elch-Sichtungen in Bayern.
Das Zusammenleben von Mensch und Elch verläuft nicht ohne Probleme.
Im Elch-Land Schweden kommt es jedes Jahr zu Unfällen, bei denen
Autofahrer sterben. Und weil sie die Rinde von den Bäumen schälen,
werden jedes Jahr fast 100.000 Tiere von Förstern geschossen.
In Deutschland hingegen ist der Elch geschützt. Zu gering ist der
Bestand. Bisher wanderten die Tiere immer wieder in ihre Heimat
zurück. Doch Elch-Experte Heyne ist zuversichtlich: „Es ist
durchaus möglich, dass der Elch in Deutschland wieder heimisch
wird.“