05.01. - Von Elch Erik keine Spur

gesehen auf www.euskirchen-online.ksta.de

Mit einem Schock endete für ein Siegburger Paar der Besuch des Kommerner Hochwildschutzparks einen Tag nach dem Jahreswechsel. Mit seiner Freundin Anke Lammek hatte der Siegburger Journalist Jens Höhner am Samstag den Wildpark in Kommern angesteuert, um sein Patenkind „Erik“ zu besuchen.

Erik ist der Name eines Elchbullen, über den Höhner im September vorigen Jahres eine Patenschaft übernommen hatte. Bekannte hatten ihm das geschenkt. Nachdem Höhner und Freundin am Samstag im Elch-Gehege vergeblich nach dem Paten Ausschau gehalten hatten, habe man ihnen in der Parkverwaltung die traurige Nachricht übermittelt, dass sowohl Erik als auch dessen Partnerin Vera vor einigen Wochen gestorben seien, berichtete Jens Höhner jetzt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Ein Virus habe die Tiere dahingerafft.
Leberegel

Das Ableben des Elchbullen bestätigte gestern der Leiter des Kommerner Hochwildschutzparks, Johann Klinkhammer. Die Elchkuh Vera dagegen sei jedoch keinesfalls verendet, sondern in ein anderes Gehege gebracht worden. In der Elch-Unterkunft in Kommern habe man Schnecken gefunden, die offensichtlich den Befall der Elche mit dem Leberegel verursacht hätten. Eine Krankheit, die auch in der freien Wildbahn vorkomme. Elchbulle Erik habe den Parasiten-Befall nicht überlebt, so Klinkhammer. Um das Gehege wieder frei von Parasiten zu bekommen, werde es derzeit saniert. Deshalb habe man Vera anderswo untergebracht. Dennoch werde die elchfreie Zeit im Hochwildschutzpark nicht mehr allzu lange dauern. Er, so Klinkhammer, bemühe sich derzeit darum, in Norddeutschland zwei Elche aufzutreiben. Jens Höhner war gestern recht sauer darüber, dass ihn das Gehege nicht vom Ableben seines Elch-Patenkindes informierte hatte. Er habe die Patenschaft über Erik im Herbst von einem Freund zum Geburtstag geschenkt bekommen. Es sei eine ganz besondere Überraschung gewesen, denn in dem Kinderbuch für Erwachsene „Rentiere sind doof“, das Höhner geschrieben hat, spiele ein „Zweibein-Elch“ namens Erik die Hauptrolle.

Was die Patenschaft gekostet hat, weiß Jens Höhner nicht, denn es habe sich schließlich um ein Geschenk gehandelt. Im Patenvertrag sei allerdings festgeschrieben, dass der Pate beim Verlust oder der Umsiedlung des Patentieres Ersatz bekomme. Mit einer Ziege will sich Jens Höhner nicht zufrieden geben. Es sollte schon wieder ein Elch sein. Jetzt warten Höhner und dessen Freund, der ihm die Patenschaft geschenkt hatte, auf eine offizielle Nachricht aus dem Tierpark über das Ableben von Patenkind Erik.

Es gebe nicht viele Tierparks in Deutschland, in denen Elche gehalten werden, berichtete Johann Klinkhammer. Der Elch sei kein richtiger Hirsch, sondern ein „Trughirsch“ wie das Rehwild. Wenn es um die Nahrung gehe, seien die Großtiere sehr wählerisch. Dennoch denkt Klinkhammer, dass bis zum Sommer wieder Elche in seinem Wildpark zu bewundern sind. Dann bekomme Jens Höhner natürlich ein neues Patenkind.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 12.01.2010