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Mit einem Schock endete für ein Siegburger Paar der Besuch des
Kommerner Hochwildschutzparks einen Tag nach dem Jahreswechsel. Mit
seiner Freundin Anke Lammek hatte der Siegburger Journalist Jens
Höhner am Samstag den Wildpark in Kommern angesteuert, um sein
Patenkind „Erik“ zu besuchen.
Erik ist der Name eines Elchbullen, über den Höhner im September
vorigen Jahres eine Patenschaft übernommen hatte. Bekannte hatten
ihm das geschenkt. Nachdem Höhner und Freundin am Samstag im
Elch-Gehege vergeblich nach dem Paten Ausschau gehalten hatten,
habe man ihnen in der Parkverwaltung die traurige Nachricht
übermittelt, dass sowohl Erik als auch dessen Partnerin Vera vor
einigen Wochen gestorben seien, berichtete Jens Höhner jetzt dem
„Kölner Stadt-Anzeiger“. Ein Virus habe die Tiere
dahingerafft.
Leberegel
Das Ableben des Elchbullen bestätigte gestern der Leiter des
Kommerner Hochwildschutzparks, Johann Klinkhammer. Die Elchkuh Vera
dagegen sei jedoch keinesfalls verendet, sondern in ein anderes
Gehege gebracht worden. In der Elch-Unterkunft in Kommern habe man
Schnecken gefunden, die offensichtlich den Befall der Elche mit dem
Leberegel verursacht hätten. Eine Krankheit, die auch in der freien
Wildbahn vorkomme. Elchbulle Erik habe den Parasiten-Befall nicht
überlebt, so Klinkhammer. Um das Gehege wieder frei von Parasiten
zu bekommen, werde es derzeit saniert. Deshalb habe man Vera
anderswo untergebracht. Dennoch werde die elchfreie Zeit im
Hochwildschutzpark nicht mehr allzu lange dauern. Er, so
Klinkhammer, bemühe sich derzeit darum, in Norddeutschland zwei
Elche aufzutreiben. Jens Höhner war gestern recht sauer darüber,
dass ihn das Gehege nicht vom Ableben seines Elch-Patenkindes
informierte hatte. Er habe die Patenschaft über Erik im Herbst von
einem Freund zum Geburtstag geschenkt bekommen. Es sei eine ganz
besondere Überraschung gewesen, denn in dem Kinderbuch für
Erwachsene „Rentiere sind doof“, das Höhner geschrieben hat, spiele
ein „Zweibein-Elch“ namens Erik die Hauptrolle.
Was die Patenschaft gekostet hat, weiß Jens Höhner nicht, denn es
habe sich schließlich um ein Geschenk gehandelt. Im Patenvertrag
sei allerdings festgeschrieben, dass der Pate beim Verlust oder der
Umsiedlung des Patentieres Ersatz bekomme. Mit einer Ziege will
sich Jens Höhner nicht zufrieden geben. Es sollte schon wieder ein
Elch sein. Jetzt warten Höhner und dessen Freund, der ihm die
Patenschaft geschenkt hatte, auf eine offizielle Nachricht aus dem
Tierpark über das Ableben von Patenkind Erik.
Es gebe nicht viele Tierparks in Deutschland, in denen Elche
gehalten werden, berichtete Johann Klinkhammer. Der Elch sei kein
richtiger Hirsch, sondern ein „Trughirsch“ wie das Rehwild. Wenn es
um die Nahrung gehe, seien die Großtiere sehr wählerisch. Dennoch
denkt Klinkhammer, dass bis zum Sommer wieder Elche in seinem
Wildpark zu bewundern sind. Dann bekomme Jens Höhner natürlich ein
neues Patenkind.