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Elche im Mühlviertel: Forstprojekt im Pfarrwald von St. Peter zerstört
ST. PETER/Wbg. Großen Schaden an einem Wald-Verjüngungsprojekt richteten
zwei Elche im Pfarrwald von St. Peter an. Eine Elchkuh und ihr Kalb schälten auf
einer Fläche von einem Hektar fast alle jungen Tannen.
Alois Habringer
begutachtet die Schäden an den jungen Tannen. Elch-Losung (kl. Bild) verrät die
Wanderroute der Tiere Fotos: Fellhofer
"Ich hatte schon im Winter den
Verdacht, dass zwei Elche im Pfarrwald herumziehen", sagt Alois Habringer, der
Verwalter des Pfarrwaldes. Er habe die Tiere allerdings nur "gespürt", wie es in
der Jägersprache heißt. "Ein Waidkamerad hat die beiden dann tatsächlich
gesehen", sagt Habringer, der in St. Peter besser als "Jagawirt" bekannt ist.
Vor wenigen Tagen entdeckte er schließlich den Schaden, den die Elche
angerichtet hatten. Auf einer Fläche von einem Hektar sind fast alle jungen
Tannenbäumchen angefressen und somit dem Absterben ausgeliefert.
Wertvolle Fläche
Die Elche in St. Peter waren Feinspitze: "Die
haben nur die kleinen Tannen angenagt, die Fichten haben sie nicht angerührt",
sagt der Jagawirt. Das sei ein großer Schaden, weil die Tannen zur
Waldverjüngung beitragen sollten. Der Pfarrwald, der in Besitz der Kirche ist,
war ein Vorzeigeprojekt in Sachen Waldverjüngung. "Wir wollten heuer und
nächstes Jahr einige Tannen herausschneiden, um den anderen Platz zum Wachsen zu
geben. Nun ist alles kaputt und die Fichten werden sich wieder durchsetzen",
weiß der Jäger. Genau dem wollte man mit der Waldverjüngung entgegenwirken. Es
hätte ein gesunder Mischwald entstehen sollen.
Ganzjährige
Schonzeit
Auch wenn die Jäger von dem drohenden Schaden gewusst hätten,
hätte es nicht viel genützt: Der Elch darf nämlich nicht geschossen werden. Er
ist zwar grundsätzlich jagbar, hat aber ganzjährig Schonzeit. "Eine
Einzelabschuss-Genehmigung hätten wir wegen zwei Elchen ohnehin nicht bekommen",
sagt Habringer.
Elche nicht selten
Gekommen sind die Tiere aus
Tschechien, was nicht ungewöhnlich ist. Immer wieder wandern Elche über die
Grenze ins Mühlviertel. Beheimatet sind sie im tschechischen Nationalpark Sumava
und in Wittingau, nördlich von Gmünd.