03.10. - Elch Knutschi ist nach Umsiedlung gestorben

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Bereits in den letzten Tagen hatten die Förster des Reinhardswalds den Verdacht gehabt, dass “Knutschi” nicht in bester Verfassung war. Wie Forstamtsleiter Norbert Teuwsen mitteilte, hatte man durch den GPS-Sender am Hals des Tiers schon seit zwei Tagen keine Bewegung mehr registriert. Voller Sorge machten sich die Förster am Donnerstag auf die Suche, da sich der Elch dem Signal zufolge nur noch an einer Stelle aufhielt.

Zunächst blieb ihre Suche ohne Erfolg, denn die Koordinaten des GPS-Geräts hatten eine falsche Stelle angezeigt. Doch die Waldarbeiter ließen nicht locker und ein Kollege von Forstamtsleiter Teuwsen durchkämmte am Freitag noch einmal alleine den Wald, um etwa 100 Meter von der angepeilten Stelle entfernt das tote Tier schließlich doch noch zu entdecken. Mitarbeiter des Forstamts bargen den Kadaver von “Knutschi”. Die Ursache des Versterbens war zunächst unklar.

Zum ersten Mal wurde der etwa zwei Meter große und 400 Kilogramm schwere Elch am 14. September bei Sontra im Werra-Meißner-Kreis in Hessen gesehen worden. Der Rummel um den Elchbullen war riesig. Vermutlich war das zwei bis drei Jahre alte Tier aus Osteuropa gekommen und hatte zuvor die Bundesländer Sachsen und Thüringen durchwandert. Nachdem sich der Elchbulle mit dem Kosenamen “Knutschi” gefährlich der Autobahn A 7 zwischen Kassel und Hann Münden genähert hatte, wurde er am vergangenen Montag in das Wildschutzgebiet transportiert. Tierärzte hatten ihn dafür mit einem Narkosegewehr betäubt und anschließend mit einem GPS-Sender ausgestattet. Die Experten wollten mit seiner Hilfe rechzeitig eingreifen können, sollte er auf seinen Wanderungen wieder den Verkehr gefährden.

Die Umsiedlung hat den Elch offenbar überfordert

Um einen Ansturm von Elch-Fans zu verhindern, hielten Behörden und Wissenschaftler den Aufenthaltsort von “Knutschi” geheim. Das hessische Umweltministerium hatte sogar nur für “Knutschi” eine Telefon-Hotline eingerichtet, bei der Spaziergänger das Tier melden konnten. Ministeriumssprecher Christoph Zörb erinnerte am gestrigen Freitag an den Elch, der die Menschen in Hessen begeisterte. Zudem kündigte Zörb für kommende Woche eine Untersuchung der Todesursache an.

Die “Knutschi”-Fans fragen sich nun, ob der Tod vermeidbar gewesen wäre. Nach Angaben des Forstamtsleiter Norbert Teuwsen hätte der Elch verschiedene Schicksale erleiden können. So wäre “Knutschi” noch vor 15 Jahren wohl erschossen worden, mit dem Argument der Gefahrenabwehr. Heute wollten die Menschen alles tun, damit es dem Tier gut gehe. Sie brächten ihn sogar extra aus der Gefahrenzone; doch die gute Absicht habe leider zu einem negativen Ergebnis geführt. Teuwsen vermutet, dass der Elch den Stress seiner Umsiedlung nicht verkraftet habe. Teuwsen spricht dabei von einem “Wirkungscocktail”. Das Tier sei eingefangen, betäubt, abtransportiert und wieder ausgesetzt worden. Das sei offenbar zu viel für ihn gewesen.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 03.10.2009