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Der Elch, der im November vergangenen Jahres erstmals im
Osterzgebirge entdeckt worden war, streift immer noch durch die
Wälder zwischen Altenberg und Geising. „Er ist gerade erst wieder
zweimal hintereinander gesichtet worden, sowohl von Bürgern als
auch von Jägern“, sagt Wolfram Gläser, der Leiter des Forstbezirks
Bärenfels.
Elch-Monitoring startet
Der tierische Zuwanderer hält sich aber nicht mehr vornehmlich an
einer Stelle auf wie in der Vergangenheit, sondern zieht
kilometerweit durch die Wälder. So streift er um Oberbärenburg
herum, hält sich auch gern im Geisingberggebiet auf und in der Nähe
vom Wildpark im Müglitztal bei Hartmannmühle.
Der Elch sei aber inzwischen sehr scheu geworden, sagt Gläser.
Lugte das stattliche Tier anfangs sogar recht neugierig aus den
Büschen hervor, stakst es jetzt auf seinen langen Beinen davon,
sobald es einen Menschen sieht. Dadurch und aufgrund der dichten
Vegetation jetzt im Frühjahr sei der Elch auch nicht mehr so
einfach in der Natur auszumachen. Deshalb gibt es auch noch keinen
neuen Schnappschuss von „Knutschi“, wie er im Osterzgebirge
heißt.
Doch der Elch ist – auch wenn er das nun wieder gar nicht bemerkt –
in ständiger Begleitung, wie die Forstleute fachmännisch sagen. Die
Grünröcke im Osterzgebirge sind angehalten, die Augen offen zu
halten und mögliche Spuren aufzunehmen. Das sächsische
Umweltministerium überlässt die Beobachtung des seltenen Gastes nun
auch nicht mehr dem Zufall, sondern startet ein Projekt mit dem
Namen Elch-Monitoring. Wissenschaftler vom Institut für
Forstzoologie der TU Dresden sollen sich jetzt mit dem Forstbezirk
Bärenfels um „Knutschi“ kümmern. „Das Projekt ist in Vorbereitung“,
sagt Gläser.
Der Elch soll – genau wie schon bei drei Wölfen in der Lausitz
geschehen – mit einem Sender ausgestattet werden, sagt
Umweltminister Frank Kupfer (CDU). Beabsichtigt ist, dem Tier unter
kurzer Betäubung ein GPS-Halsband anzulegen, das dann automatisch
Signale sendet. Damit lässt sich genau feststellen, wo sich
„Knutschi“ gerade aufhält. Wissenschaftler, Forst und auch
Staatsregierung erhoffen sich davon Aufschluss über die Wanderung
und das Verhalten des Elches.
Experten rechnen damit, dass Elche wieder Lebensraum zurückgewinnen
und auf Dauer in Deutschland leben könnten. Nach dem Zweiten
Weltkrieg waren diese Tiere hierzulande ausgestorben. Nach und nach
werden vereinzelt wieder Exemplare gesichtet. „Wir wollen
Erkenntnisse gewinnen“, sagt Forstbezirkschef Gläser. Es sei
wichtig, dass sich der Staat auf eine mögliche Rückkehr der Tiere
vorbereitet und Vorkehrungen trifft, um eventuelle Konflikte
rechtzeitig zu erkennen und zu entschärfen.
Elch ist vermutlich aus Polen
So hatte sich „Knutschi“ im Osterzgebirge nicht nur Freunde
gemacht, als er hier überwinterte und mächtigen Appetit hatte.
Dabei schälte er nämlich mit Vorliebe die Rinde von Ebereschen ab.
„So ein Elch frisst schon um die 30 Kilo am Tag“, erklärt Gläser.
Ein junges Tier könne dann auch etwa zwei Kilo pro Tag zunehmen.
„Knutschi“ ist jung. Der Bulle wird inzwischen auf rund zwei Jahre
geschätzt und wiegt mindestens 300 Kilogramm.
Es wird vermutet, dass der Elch aus Polen eingewandert sein könnte.
Im Grenzgebiet tauchten dann auch die ersten Spuren auf. Der Elch
wurde in der Nähe von Görlitz gesehen, weiß Gläser, und dann im
Elbsandsteingebiet. Der Forstmann ist sich ziemlich sicher, dass es
sich um ein und dasselbe Tier handelte.