03.06. - Elch Knutschi bekommt einen Sender

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Der Elch, der im November vergangenen Jahres erstmals im Osterzgebirge entdeckt worden war, streift immer noch durch die Wälder zwischen Altenberg und Geising. „Er ist gerade erst wieder zweimal hintereinander gesichtet worden, sowohl von Bürgern als auch von Jägern“, sagt Wolfram Gläser, der Leiter des Forstbezirks Bärenfels.

Elch-Monitoring startet

Der tierische Zuwanderer hält sich aber nicht mehr vornehmlich an einer Stelle auf wie in der Vergangenheit, sondern zieht kilometerweit durch die Wälder. So streift er um Oberbärenburg herum, hält sich auch gern im Geisingberggebiet auf und in der Nähe vom Wildpark im Müglitztal bei Hartmannmühle.

Der Elch sei aber inzwischen sehr scheu geworden, sagt Gläser. Lugte das stattliche Tier anfangs sogar recht neugierig aus den Büschen hervor, stakst es jetzt auf seinen langen Beinen davon, sobald es einen Menschen sieht. Dadurch und aufgrund der dichten Vegetation jetzt im Frühjahr sei der Elch auch nicht mehr so einfach in der Natur auszumachen. Deshalb gibt es auch noch keinen neuen Schnappschuss von „Knutschi“, wie er im Osterzgebirge heißt.

Doch der Elch ist – auch wenn er das nun wieder gar nicht bemerkt – in ständiger Begleitung, wie die Forstleute fachmännisch sagen. Die Grünröcke im Osterzgebirge sind angehalten, die Augen offen zu halten und mögliche Spuren aufzunehmen. Das sächsische Umweltministerium überlässt die Beobachtung des seltenen Gastes nun auch nicht mehr dem Zufall, sondern startet ein Projekt mit dem Namen Elch-Monitoring. Wissenschaftler vom Institut für Forstzoologie der TU Dresden sollen sich jetzt mit dem Forstbezirk Bärenfels um „Knutschi“ kümmern. „Das Projekt ist in Vorbereitung“, sagt Gläser.

Der Elch soll – genau wie schon bei drei Wölfen in der Lausitz geschehen – mit einem Sender ausgestattet werden, sagt Umweltminister Frank Kupfer (CDU). Beabsichtigt ist, dem Tier unter kurzer Betäubung ein GPS-Halsband anzulegen, das dann automatisch Signale sendet. Damit lässt sich genau feststellen, wo sich „Knutschi“ gerade aufhält. Wissenschaftler, Forst und auch Staatsregierung erhoffen sich davon Aufschluss über die Wanderung und das Verhalten des Elches.

Experten rechnen damit, dass Elche wieder Lebensraum zurückgewinnen und auf Dauer in Deutschland leben könnten. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren diese Tiere hierzulande ausgestorben. Nach und nach werden vereinzelt wieder Exemplare gesichtet. „Wir wollen Erkenntnisse gewinnen“, sagt Forstbezirkschef Gläser. Es sei wichtig, dass sich der Staat auf eine mögliche Rückkehr der Tiere vorbereitet und Vorkehrungen trifft, um eventuelle Konflikte rechtzeitig zu erkennen und zu entschärfen.

Elch ist vermutlich aus Polen

So hatte sich „Knutschi“ im Osterzgebirge nicht nur Freunde gemacht, als er hier überwinterte und mächtigen Appetit hatte. Dabei schälte er nämlich mit Vorliebe die Rinde von Ebereschen ab. „So ein Elch frisst schon um die 30 Kilo am Tag“, erklärt Gläser. Ein junges Tier könne dann auch etwa zwei Kilo pro Tag zunehmen. „Knutschi“ ist jung. Der Bulle wird inzwischen auf rund zwei Jahre geschätzt und wiegt mindestens 300 Kilogramm.

Es wird vermutet, dass der Elch aus Polen eingewandert sein könnte. Im Grenzgebiet tauchten dann auch die ersten Spuren auf. Der Elch wurde in der Nähe von Görlitz gesehen, weiß Gläser, und dann im Elbsandsteingebiet. Der Forstmann ist sich ziemlich sicher, dass es sich um ein und dasselbe Tier handelte.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 10.06.2009