gesehen auf www.tagesschau.de
Die Gelegenheit wirkte günstig: Im Vorbeifahren sah Robert Lee
McLaren einen stattlichen Elchbullen aus dem Gebüsch schauen. Schnell war die
Büchse aus dem Kofferraum geholt und angelegt. Doch er hatte die Rechnung ohne
Bullwinkle gemacht: Der Roboter-Elch ist nicht nur praktisch unverwundbar durch
Kugeln, er steht zudem als verdeckter Ermittler im Dienst der Naturschutzbehörde
der kanadischen Provinz Nova Scotia.
Die Aufgabe von Bullwinkle und
seinen Brüdern - die genaue Zahl ist streng geheim - ist es, Wilderer
anzulocken, die dann direkt vor Ort verhaftet werden, sobald sie den Robo-Elchen
nach dem Leben trachten. Die Elch-Attrappen sind das Ergebnis jahrelanger
Entwicklungsarbeit einer kanadischen Firma. Ihr gelang es, einen lebensgroßen
Elchinator zu entwickeln, der nur 27 Kilo wiegt und in fünf Minuten
einsatzbereit ist - und trotzdem gerade mal 2000 kanadische Dollar, gut 1400
Euro, pro Stück kostet.
Wie konntest Du nur?Neben der juristischen Strafe
soll wohl auch ein psychologischer Effekt die Wilderer treffen: Bullwinkle
bricht nicht nur zusammen, wenn er getroffen wird, er hebt seinen Kopf und
schaut seinen Mörder vorwurfsvoll an, sobald er sich seinem vermeintlichem Opfer
nähert. Zurückschießen kann er jedoch - noch - nicht.
Ich will dein Geld,
dein Auto, deine WaffeBisher konnte die Sondereinheit schon neun Wilderer
juristisch erlegen. Auch McLaren bekannte sich nach dem Elchtest schuldig - und
hat dadurch nicht nur für zwanzig Jahre das Recht verloren, in Kanada zu jagen.
Wie nach der Begegnung mit dem Film-Terminator verlor er zusätzlich seine
Habseligkeiten: Sein Auto und seine Waffe wurden als Tatmittel konfisziert,
außerdem muss er eine Strafe von 4025 kanadischen Dollar (2850 Euro)
zahlen.