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Die vor zwei Jahren in dem Freigehege des Archäologischen
Freilichtmuseums Groß Raden geborenen Elchzwillingen (Bulle und
Kuh) werden in den nächsten Tagen ein neues Zuhause im Wildpark
Golz bei Berlin erhalten, berichtete die Leiterin des Museums Heike
Pilz. Für Interessierte also eine gute Gelegenheit, die
interessanten Tiere noch einmal ganz nah zu betrachten und von
ihnen Abschied zu nehmen. Heike Pilz erläutert: "Der Verkauf war
jetzt notwendig, denn nachdem die Mutter der Elchzwillinge
gestorben war, lebte nun der Elchvater mit seinen beiden Kindern
zusammen im Gehege. Da blieben mit der Zeit Reibereien nicht aus,
die Zwillinge sind ja jetzt in der Pubertät. Auch um einer Inzucht
vorzubeugen, mussten wir uns darum zum Verkauf entschließen". Die
beiden noch namenlosen Groß Radener Elchzwillinge werden von ihren
neuen Besitzern sicher einen Namen erhalten.
Der sechs Jahre alte Elchvater bleibt aber nicht lange
mutterseelenallein im drei Hektar großen Freigehege. Schon in der
zweiten Januarwoche wird eine einjährige Elchkuh aus dem Rostocker
Zoo in das Gehege von Groß Raden umziehen und dem Elchbullen "Rado"
Gesellschaft leisten.
Angelegt wurde das Freigehege 1997. In jenem Jahr zogen die ersten
beiden Tiere in das große Gelände am Weg zum Museumseingang ein.
Elche sind komplizierte und hoch empfindliche Tiere, wenn sie in
Gefangenschaft gehalten werden. So mussten die Museumsmitarbeiter
in den vergangenen Jahren auch einige traurige Rückschläge
verkraften. Trotzdem erzielten sie jetzt mit der erfolgreichen
Aufzucht der quicklebendigen Zwillinge einen beachtlichen
Zuchterfolg. Für die Unterhaltung der Tiere mit hochwertigem Futter
sind jährlich pro Tier rund 3000 Euro notwendig. Das Geld wird von
den Mitgliedern des Fördervereins des Museums Groß Raden
aufgebracht.
Mit der Ausgrabung eines Mittelfußknochens ist die Nutzung des
Elchs auch für die Zeit der Slawen vor 900 bis 1000 Jahren für Groß
Raden wissenschaftlich verbürgt. Übrigens: Auch Wolfs- und
Bärenknochen fanden die Archäologen auf dem Freigelände.
Das Museum Groß Raden ist weiterhin täglich, außer Montag, von 10
bis 16.30 Uhr geöffnet. Zur traditionellen Silvesterführung am 31.
Dezember erhielten übrigens alle Teilnehmer einen wärmenden,
mittelalterlichen Würzwein kredenzt.