02.01. - Abschied von den Elch-Zwillingen

gesehen auf www.svz.de

Die vor zwei Jahren in dem Freigehege des Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden geborenen Elchzwillingen (Bulle und Kuh) werden in den nächsten Tagen ein neues Zuhause im Wildpark Golz bei Berlin erhalten, berichtete die Leiterin des Museums Heike Pilz. Für Interessierte also eine gute Gelegenheit, die interessanten Tiere noch einmal ganz nah zu betrachten und von ihnen Abschied zu nehmen. Heike Pilz erläutert: "Der Verkauf war jetzt notwendig, denn nachdem die Mutter der Elchzwillinge gestorben war, lebte nun der Elchvater mit seinen beiden Kindern zusammen im Gehege. Da blieben mit der Zeit Reibereien nicht aus, die Zwillinge sind ja jetzt in der Pubertät. Auch um einer Inzucht vorzubeugen, mussten wir uns darum zum Verkauf entschließen". Die beiden noch namenlosen Groß Radener Elchzwillinge werden von ihren neuen Besitzern sicher einen Namen erhalten.
Der sechs Jahre alte Elchvater bleibt aber nicht lange mutterseelenallein im drei Hektar großen Freigehege. Schon in der zweiten Januarwoche wird eine einjährige Elchkuh aus dem Rostocker Zoo in das Gehege von Groß Raden umziehen und dem Elchbullen "Rado" Gesellschaft leisten.

Angelegt wurde das Freigehege 1997. In jenem Jahr zogen die ersten beiden Tiere in das große Gelände am Weg zum Museumseingang ein. Elche sind komplizierte und hoch empfindliche Tiere, wenn sie in Gefangenschaft gehalten werden. So mussten die Museumsmitarbeiter in den vergangenen Jahren auch einige traurige Rückschläge verkraften. Trotzdem erzielten sie jetzt mit der erfolgreichen Aufzucht der quicklebendigen Zwillinge einen beachtlichen Zuchterfolg. Für die Unterhaltung der Tiere mit hochwertigem Futter sind jährlich pro Tier rund 3000 Euro notwendig. Das Geld wird von den Mitgliedern des Fördervereins des Museums Groß Raden aufgebracht.

Mit der Ausgrabung eines Mittelfußknochens ist die Nutzung des Elchs auch für die Zeit der Slawen vor 900 bis 1000 Jahren für Groß Raden wissenschaftlich verbürgt. Übrigens: Auch Wolfs- und Bärenknochen fanden die Archäologen auf dem Freigelände.

Das Museum Groß Raden ist weiterhin täglich, außer Montag, von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet. Zur traditionellen Silvesterführung am 31. Dezember erhielten übrigens alle Teilnehmer einen wärmenden, mittelalterlichen Würzwein kredenzt.





Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 02.04.2009