01.11. - US-Jäger vor gefährlicher Hirnerkrankung bei Wildtieren gewarnt

Jäger in Wyoming und Colorado wurden angewiesen, weder das Hirn noch das Rückenmark von Hirschen oder Elchen zu verzehren. Die Tiere leiden an einer Krankheit, die wie BSE über infektiöse Proteine, die so genannten Prionen, übertragen wird.

Denver - "Es ist sicherlich ein Verwandter des Rinderwahnsinns", äußert sich Jeff Obrecht von der Jagd-Behörde im US-Bundesstaat Wyoming besorgt. Elche und Hirsche würden im Endstadium der Krankheit langsam dahinsiechen, sagte Ron Walker von der Elch-Jagdzuchtvereinigung in Colorado. "Sie hören auf zu fressen und zu trinken".

Einen Beweis für die Übertragung der Krankheit auf den Menschen gebe es aber nicht, sagte der medizinische Leiter für den Bundesstaat Colorado, Richard Hoffmann. Die "Chronic Wasting Disease" (CWD, chronisch zehrende Hirschkrankheit) greife das Nervensystem der Tiere an. Die Jäger seien angewiesen worden, auf den Verzehr von Hirn oder Rückenmark der erkrankten Tiere zu verzichten. Außerdem müssen beim Zerlegen der Tiere Gummihandschuhe getragen werden.

Hirsche sind von der Krankheit stärker betroffen als Elche. Weniger als ein Prozent der im Grenzgebiet zwischen den Bundesstaaten Colorado und Wyoming lebenden Elche ist an CWD erkrankt. In Wyoming wurde CWD nach offiziellen Angaben bei sieben bis zehn Prozent der Hirsche festgestellt, in Colorado sind es vier bis sechs Prozent.

Bereits seit den sechziger Jahren wird die tödliche Erkrankung des Nervensystems bei den Wildtieren in den USA beobachtet. Wie BSE wird auch CWE von Prionen ausgelöst. BSE ruft beim Menschen vermutlich eine Variante der tödlichen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) hervor, an der in Großbritannien bisher 80 Menschen starben.




Kontakt, Gästebuch, Forum Update: 17.12.2008