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Im Wildnispark Langenberg tun sich jetzt Elche und andere
vierbeinige Kostgänger gütlich an Hunderten von unverkauften
Christbäumen.
Geradezu tierisch auf Weihnachten, vor allem aber auf die Tage und
Wochen danach dürfen sich im Wildnispark Langenberg jeweils die
Elche freuen. Auf die Elchkühe Bellinda und Smörre, die Elchstiere
Töneli und Fritz sowie zwei noch namenlose jüngere Artgenossen
wartet nämlich jeweils zum Jahresende ein ganz besonderer,
knackig-grüner Festschmaus. Auf die grosse Bescherung mussten sie
sich allerdings wie immer bis nach Heiligabend gedulden. Dann
kommen nämlich massenweise unverkaufte Weihnachtsbäume auf ihre
Speisekarte.
Elche lieben generell nährstoffreiche Pflanzenteile, wie etwa
Zweige und Blätter von Salweiden, aber auch Luzerne, Getreide, Mais
und Obst. «Die unverkauften Christbäume aber sind für sie eine
richtige Delikatesse», sagt der Leiter des Wildnisparks Langenberg,
Urs von Riedmatten. Insgesamt über 600 übriggebliebene
Weihnachtsbäume würden jeweils von Forstbetrieben, Grossverteilern
oder privaten Christbaumverkäufern nach Heiligabend für die
Verfütterung zum Wildnispark gekarrt. Grössere Mengen holen von
Riedmatten und seine Mitarbeiter manchmal auch selber ab.
Wild auf Weisstanne
Mindestens zwei Nadelbäume werden derzeit nun jedem der Elche
täglich serviert. Ausgewachsene Tiere verdrücken täglich etwa 15
Kilogramm des «bäumigen» Grünzeugs. Die Tiere verschlingen dabei
ganze Nadelzweige und knabbern auch Rinde vom Baum übrig bleiben
nur noch die grossen, kahlgefressenen Äste und der Stamm. Diese
werden im Wildnispark zu Holzschnitzeln verarbeitet und landen dann
in der Heizung des Betriebsgebäudes.
Zwar verdrücken Elche liebend gerne Fichtenund Föhrenzweige und das
Grünzeug von Nordmanntannen. Richtiggehend «wild» aber ist das
Elchwild vor allem auf Weisstannen, wie der Betriebsleiter im
Langenberg beobachtet hat. Und dabei gilt unter den an sich sonst
ziemlich heiklen Kostgängern der doch etwas ungewöhnliche
Tafelspruch: «Je harziger, je lieber.» Kleinere Mengen des
winterlichen Festmahles landen etwa auch auf den Futterplätzen der
Wisente oder bei Steinböcken und Przewalskipferden. Fürs
nachweihnächtliche Recycling strikte abgelehnt werden im
Wildnispark Langenberg gebrauchte Christbäume weil Wachsund
Lamettaresten Gesundheit und Leben der Tiere massiv gefährden
könnten.